Montag, 20. September 2010

Für die neue Woche 80: Osvaldo Fresedo, Roberto Ray - Recuerdos de bohemia

Für heute wollte ich einen Tango aus den 30er Jahren und habe einmal nach Titeln von Osvaldo Fresedo gesucht. Ausgewählt habe ich schließlich Recuerdos de bohemia aus dem Jahr 1935 mit Roberto Ray.

ich verzichte heute ausnahmsweise darauf, diese Aufnahme neben andere Einspielungen dieses Titels zu stellen. Die beiden Kandidaten, die in Frage gekommen wären (Atilo Stampone und Aníbal Troilo mit Alberto Marino) konnten mich nicht überzeugen.


Direkt zum Titel bei goear.com.

Allen Leserinnen ud Lesern wünsche ich einen guten Start in die neue Woche.

Kommentare:

B. G. hat gesagt…

Wunderschön!!!

Und warum bekomme ich solche Titel nie auf Milongas zu hören?

Danke!!!

Theresa hat gesagt…

Das kann nur daran liegen, dass du nicht auf die richtigen Milongas gehst.

cassiel hat gesagt…

@ B. G.

Danke für Deine Anmerkung(en)!

@ Theresa

;-)

Raxie hat gesagt…

Ach wie schön Cassiel! Heute morgen hatte ich noch keine Gelegenheit, mit Deinem Titel in die Woche zu starten. Desto schöner ist es, den Montag mit diesem wunderbaren Titel zu beenden!

Das wäre doch ein wunderbarer Titel für die nächste Milonga, wo Du DJ bist, oder? Würde mir total gut gefallen!!!

Lieben Gruß an Dich und auch Dir eine wunderbare Woche!

Aurora hat gesagt…

Vielen Dank für den wunderbaren Montagsgruß, lieber cassiel!

Ja, es gibt solche Musik tatsächlich auf einigen Milongas - zu meinem Glück :)
Beispielsweise bei Theresa :)
und noch bei vielen anderen ...

Anonym hat gesagt…

Auch ich finde den Tango wunderschön. Nur frage ich mich, wie soll frau sich das alles merken. Inzwischen ist es so, dass ich die Titel aus der Serie der Montagstangos erkenne und bei Milongas entdecke ich jetzt - nach acht Jahren - auch manchmal eine Struktur. Das geniesse ich dann immer sehr. Also hätte ich zwei Fragen an Dich, lieber Cassiel:

Wie kann ich noch mehr über die Tangomusik lernen?

Warum missachten so viele Veranstalter diese alte Musik und die Regeln, wie man diese auflegt?

cassiel hat gesagt…

Hallo Anonym,

darf ich zunächst meine periodisch vorgetragene Bitte wiederholen? Es wäre schön, wenn sich Leserinnen bzw. Leser ein Pseudonym wählen. Dann kann eine Diskussion entstehen und man kann sich aufeinander beziehen. Vielen Dank!

Zu Deinen Fragen:

1. Ich bin im Tango noch nicht so lange wie Du unterwegs und es ist eine Frage des Hörens. Wenn man ohne Erfahrung (oder Einübung) einen sehr wertvollen Wein trinkt, dann wird man nicht viel davon haben. Ähnlich verhält es sich für mein Empfinden mit dem Tango. Man kann heute mit etwas Glück für wenig Geld Tango-CDs erwerben. Und dann fängt man an zu hören. Vielleicht liest man bei todotango.com begleitend die Biografien und dann erschließt sich ganz langsam der Reichtum dieser Musik. Aber es ist Arbeit. Diese Querverknüpfungen im Hirn funktionieren auf Milongas meist langsamer (weil man mit dem Tanzen beschäftigt ist, weil man überhaupt nicht weiß, wohin dieser Titel gehört ... )
Mein Rat ist also: Hören, hören, hören...

2. Die Frage kann ich Dir nicht beantworten. Ich habe schon häufig den Satz gehört: Die Musik ist doch nicht so wichtig. Da dreh' ich jedesmal durch. Nun gut. Ich kann von einem DJ nicht erwarten, daß er meinen Musikgeschmack teilt. Ich kann aber erwarten, daß er konsequent in Tandas auflegt (auch wenn nun vermutlich der Einwand kommen wird, wir sind hier doch nicht in Buenos Aires). Ich bin inzwischen davon überzeugt: Eine nicht vorhandene oder beschädigte Tanda-Struktur einer Milonga ist das Wurzel-Übel vom Tango in der Stagnation. Natürlich dürfen auch neuere Einflüsse in den Tango. Dafür bin ich nun der falsche Gesprächspartner, wenn aber ein DJ handwerklich ordentlich neuere Musik auflegt, dann ist das m.E. vollkommen in Ordnung. Wenn hirnlos immer eine Auswahl aus 150 Non-Tangos abgenudelt wird, dann wird es schwierig.

Ich hoffe, damit sind Deine Fragen beantwortet.

@all

Danke für die Anmerkungen!

JottWeh hat gesagt…

Dem Wunsch nach Tandas kann ich nur zustimmen! Anfangs hat mich diese Strukturiertheit ziemlich genervt - wenn ein Stück kam, das mir nicht gefiel, dann kamen gleich hinterher noch drei von der Sorte. Inzwischen empfinde ich das eher als Bereicherung, kann man sich doch viel besser auf die unterschiedlichen Musik- und Tanzstile einstellen und sich im Zweifel auch mal von der Tanzfläche zurückziehen und die nächste Tanda abwarten. Aber glücklicherweise gibt es ja noch viele DJanes und DJs, die Milongas so 'altmodisch' aufbauen und auch den traditionellen Stücken ihren Platz einräumen.

vv hat gesagt…

Wird man eigentlich immer "traditioneller" im Musikgeschmack?

JottWeh hat gesagt…

Ich kann da nur für mich selbst sprechen, aber bei mir war und ist das so. Am Anfang fand ich die modernen Sachen, v.a. viele Neotangos, viel schmissiger und spannender. Daneben dieses ganze alte melancholische Geschrammel... bis ich genauer hingehört habe bzw. beim Tanzen überhaupt erst einmal die Chance hatte hinzuhören und nicht ausschließlich damit beschäftigt war, mir die nächsten Schritte zu überlegen, den Vordermann / die Vorderfrau im Auge zu behalten und mir Gedanken darüber zu machen, wie sehr ich gerade meine Tanzpartnerin langweile... und wenn man dann auf einer Milonga ab und zu mal ein Stück mit Namen kennt und einem Orchester zuordnen kann oder etwas über ein Orchester oder einen Musiker liest, vielleicht auch noch eine Übersetzung des Liedtextes in die Hände bekommt, dann - so ging und geht es jedenfalls mir - empfindet und hört man die traditionellen Tangos plötzlich ganz anders. Insofern stimmt das schon mit den 'traditioneller werden'. :-)