Samstag, 10. Dezember 2016

Ist Tango eigentlich Freundschaft?

So … die Pause war hoffentlich lang genug. Ich brauchte einmal Urlaub vom Blog (und das Blog brauchte mindestens ebenso dringend Urlaub von mir). Jetzt aber soll es weitergehen … vorerst … ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das Internet noch so passend für mich ist, wie es vor rund sieben Jahren war (als ich anfing, meine Gedanken im Blog zu fixieren) und deshalb weiß ich auch noch nicht, ob ich weiterhin im Internet veröffentlichen will. Aber ich möchte in meinem ersten Beitrag nach der Pause nicht zu meinem Unbehagen im Internet des Jahres 2016 schreiben, dieses Thema muss noch ein wenig warten. Ich (be-)schreibe eine Begebenheit, die ich vor ein paar Wochen erlebt habe und die mich einigermaßen ratlos zurückgelassen hat. Es geht um die Freundschaft im Tango…

Es war eines jener Tangowochenenden in einer anderen Stadt. Am späten Freitagabend (nach der ersten Milonga) brachten wir noch eine alleinstehende Tanguera zu ihrem Hotel. In der Lobby ihres Hotels saß noch ein anderes Paar, das nach der Milonga noch ein Getränk an der Bar genoss und wir gerieten ins Plaudern. Wie das wohl häufiger passiert, waren dann flugs noch zwei Gläser Crémant bestellt und das Gespräch wurde intensiver. Auf die Details der Unterhaltung möchte ich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes gar nicht näher eingehen; so viel sei aber an dieser Stelle verraten, es gab bei dem Paar erheblichen Frust wegen der Mitmenschen im Tango. So gipfelte die Bestandsanalyse in dem Satz, dass die Verlogenheit im Tango unerträglich sei, dass der Widerspruch (auf der einen Seite das süßliche Getue bei Facebook und auf der anderen Seite das unmögliche Verhalten in der Milonga) kaum zu ertragen wäre. Die Quintessenz – so wie ich sie verstanden habe – lautete: Es gibt keine Freundschaft im Tango.

Szenenwechsel: Keine 24 Stunden später (am Samstag um die Mittagszeit) trafen wir ein anderes Paar aus Südfrankreich, das wir nur wenige Male zuvor getroffen haben. Bislang hatten wir noch keine Gelegenheit gefunden, einmal intensiver zu reden. Da es regnete, boten sie uns spontan an, uns in ihrem Auto mitzunehmen und wir nahmen dankend an. Während der kurzen Fahrt in die Innenstadt reifte der Plan, doch noch gemeinsam vor der Nachmittagsmilonga eine Kleinigkeit zu essen. Rasch konnten wir uns auf einen einfachen Italiener einigen, das Auto parken und schließlich die Getränke bestellen. Dann eröffnete die Tanguera das Gespräch mit dem Satz, wie gut es doch wäre, Freunde im Tango zu treffen. Es traf uns beide wie ein Blitz. Innerhalb von nicht einmal einem Tag zwei so unterschiedliche Meinungen zum Thema Tango und Freundschaft zu hören war dann doch sehr ungewöhnlich.

Nun drängt sich natürlich die Frage auf, wie kann man den Tango und die daran beteiligten Menschen so unterschiedlich sehen? So wie ich es verstanden habe, entstand der Frust vom Freitagabend ganz grundlegend aufgrund von nicht erfüllten Erwartungen. Diesem Umstand begegne ich häufiger im Tango-Kontext. Da wird Freundschaft gerufen, es werden möglicherweise „Likes“ auf Facebook mit der Gießkanne (manchmal sogar mit dem C-Rohr der Feuerwehr) versprüht und in der Milonga kommt es zu Frustrationen, weil die Tandas mit den gewünschten Partnerinnen / den gewünschten Partnern nicht stattfinden. Fast automatisch wird nach der Ursache bei den Anderen oder generell im Tango gesucht. Das finde ich problematisch. Ich denke beispielsweise (wenn ich nur für mich spreche), es ist überaus natürlich, dass es manche Damen gibt, die nicht mit mir tanzen wollen. Vielleicht gefällt ihnen mein Tanzstil nicht, möglicherweise erinnert sie mein Äußeres an einen Menschen mit dem sie unangenehme Erfahrungen machen mussten, vielleicht ist meine Nase zu lang (oder zu kurz), meine Kleidung zu bunt (oder zu farblos) und … und … und…
Die Gründe für eine Nichtannahme eines Cabeceos sind vielfältig und ich würde mich bestimmt einen ganzen Abend lang ärgern, wenn ich mir nun in den Kopf setzen würde, ich müsse nun unbedingt mit einer jener Tangueras tanzen, die offensichtlich mit mir nicht tanzen wollen. Nun gibt es ja auch andere Tänzerinnen, die tanzen vielleicht sehr gerne mit mir eine Tanda. Da ist es doch viel effektiver, ich richte meine Strategie so aus, dass ich auf diese Partnerinnen für eine Tanda eher achte. So versuche ich also im Tango-Soziotop auf das Positive zu achten und mich nicht an negativen Randerscheinungen fest zu beißen.

Und um noch einmal auf den Begriff Freundschaft zurück zu kommen: Ich denke, Tango ist nicht primär Freundschaft. Allerdings ist der Tango ein Umfeld, in dem man sich freundschaftlich begegnet und aus dieser freundschaftlichen Begegenung kann (u.U. auch sehr rasch) eine Freundschaft entstehen. Ich habe das schon häufiger erlebt. Man trifft (mehr oder weniger zufällig) im Tango-Universum Menschen, mit denen man sich auf Anhieb sehr gut versteht. Da entsteht etwas und das kann sich entwickeln (je nachdem, wie häufig man sich sieht). Und ein weiterer Aspekt erscheint mir wichtig: Zu einem Freundschaftsbegriff gehört – jedenfalls für mich – auch unbedingt die Freiheit dazu. Konkret meine ist, dass ich dem Mitmenschen die Freiheit zugestehen muss, sich ggf. auch gegen mich als Tanzpartner zu entscheiden. Wie der Entscheidungsprozess im Einzelnen abgelaufen ist und welche Gründe letztendlich zu dem Entschluss geführt haben, nicht mit mir zu tanzen, ist unerheblich. Ich finde es sehr bedauerlich, wenn dann diese Situation dazu führen würde, dass der oder die Andere ganz plützlich und sehr vehement abgelehnt wird. Das kann man eigentlich zu oft beobachten. Da wird im Nachgang allerlei (vermeintlich) dreckige Wäsche gewaschen. Es fallen Begriffe wie eingebildet oder arrogant und das ist m.E. unangemessen. Da finde ich den Weg der Gelassenheit doch viel attraktiver (und es ist keinesfalls in Stein gemeißelt, dass die Betreffende nun auf ewig nicht mit mir tanzen möchte – vielleicht sieht es schon in der nächsten Milonga ganz anders aus).

Und wenn wir heute die Frage nach der Freundschaft in den sozialen Medien oder auch im sozialen Tango formulieren, dann wird m.E. zu häufig übersehen, dass hier bereits das kleine Wort sozial derartig mit positiven Attributen und in der Folge auch mit möglicherweise überzogenen Erwartungen überfrachtet wird, so dass eine Enttäuschung sich fast immer einstellen muss. Sozial (egal ob nun Medien oder Tango) heißt m.E. nur, dass man nicht allein ist. Der Rest muss – möglicherweise auch kompliziert – ausgehandelt werden.

Gerne empfehle ich an dieser Stelle auch noch einmal den Artikel von Veronica Tourmanova: Why we are often confused about what it means to be “social”.

23 Anmerkung(en):

Erbse hat gesagt…

Die Frage ist eigentlich absurd.
Tango ist per se nie Frundschaft,
Ebensowenig wie es z. B. Fußball oder Tandemfahrradfahren ist.
Die in den Tango-communities gepflegten Umgangsformen mögen naiven Gemütern nahe legen, dass alle einander freundschaftlich gesonnen sind. Wer ein wenig beobachtet und dazu noch nachdenkt, wird sehr bald dahinter kommen, dass es genau so nicht ist.
U. A. weil mächtig viel Konkurrenzen im Spiel sind auf dn Milongas: Frauen konkurrieren untereinander um die meist in gingerer Zahl anwesenden und deshalb begehrten Männer. Da geht es um Prestige, Beachtung, Selbstwertpolitur. In solchem Biotop gedeiht Freundschaft nur ausnahmsweise. Sozial mit " nicht allein" zu übersetzen, scheint mir übrigens doch arg kurz gesprungen. Das mag allenfalls für die Tierwelt gelten. Im menschlichen Kontext bedeutet "sozial" doch wohl eher, dass man sich an bestimmten gesellschaftlichen Normen orientiet. Wer als "asozial" gilt, tut das nicht.

cassiel hat gesagt…

@Erbse 

Vielen Dank für Deine Anmerkung. Ich finde den Hinweis auf die in den Tango-communities gepflegten Umgangsformen sehr wichtig. Meiner Meinung nach erfüllen diese nämlich auch einen positiven Zweck. Sie stellen bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Menschen sicher, dass es vergleichsweise harmonisch zugeht. Möglicherweise ist das sogar der einzige Weg, einen ansonsten komplizierten Interessensabgleich von einer sehr heterogenen Gruppe von Individuen sicherzustellen.

Auch die Erwähnung von Konkurrenz trägt m.E. in diesem Zusammenhang zur Abrundung eines Bildes bei. Nach meinen Beobachtungen nimmt aber diese Motivation ab, je erfahrener die Beteiligten sind. Ich persönlich habe beispielsweise noch nie erlebt, dass eine sehr gute Tänzerin in irgend einer Art und Weise von diesem Konkurrenzverhalten geleitet worden wäre.

Du hast sicherlich Recht, wenn Du meine Verwendung des Wörtchens sozial kritisierst. Mein Gedanke entspricht bestimmt nicht dem generellen Gebrauch dieses Wortes. Ich wollte nur (auch im Hinblick auf den Link zu dem Text von Veronika Tourmanova) darauf hinweisen, dass aus dem Begriff sozial nicht automatisch die Freundschaft hergeleitet bzw. postuliert werden kann.

Yokoito hat gesagt…

Ich habe die Tangoszene mal spontan als "begehbare Soap" bezeichnet. Das ist eine Weile her, und natürlich ist es nur eine von vielen Dimensionen. Dennoch würde ich immer noch sagen, dieses Element gibt es auch, in einer faszinierenden Mischung aus großer Nähe zu jeweils einer Person während der Tanda, und auch der Möglichkeit, jahrelang entspannt neben Fremden zu sitzen.Ich glaube, Freundschaft als Oberbegriff paßt nicht. Ich sehe aber auch keinen Grund, sich auf einen einzelnen Begriff dafür festzulegen. Mein Spontanwort momentan wäre "entspannte Kameradschaft" mit viel Raum in alle Richtungen.

cassiel hat gesagt…

Ich hätte auch noch einen Vorschlag: Die organisierte Unverbindlichkeit im Tango… :-)

Snoop hat gesagt…

Cassiel - Allerdings ist der Tango ein Umfeld, in dem man sich freundschaftlich begegnet ....

Da kann ich gut mit, den freundschaftlich ist nicht gleich Freundschaft.
Dies zu verwechseln wäre fatal und führt automatisch zu Enttäuschung und Frust.

Freundschaft ist eine Verbindung zwischen Menschen, bedeutet für mich daher auch etwas an Verbindlichkeit und Verpflichtung.
Freundschaftlichkeit im Sinne eines grundsätzlich wertschätzenden, positiven, wohlwollende Umgangs miteinander bezeichnet für mich die Art WIE man miteinander umgeht. Da gibt es, aus meiner Sicht, keine Verpflichtung zu mehr.
Mich in einem Rahmen bewegen zu dürfen, der diesen "freundschaftlichen" Umgang miteinander pflegt ist für mich bereichernd. Vielleicht bin ich da auch sehr "alte Schule".

Beim Satz "Die organisierte Unverbindlichkeit im Tango" schwingt für mich etwas Negatives mit. Schöner wäre für mich "Die Unverbindlichkeit im Tango".

Worauf will ich hinaus. Wie wir miteinander umgehen ist wichtig, aber niemand soll zu etwas gezwungen sein, oder das Gefühl haben bedrängt zu werden. Dann wir aus dieser Unverbindlichkeit -> Freiheit.
Freiheit im Tango, im Rahmen eines freundschaftlichen wohlwollenden Umgangs.
Das hat doch was.

cassiel hat gesagt…

@Snoop 

Vielleicht hast Du Recht und die organisierte Unverbindlichkeit klingt zu negativ. Ich möchte damit aber zum Ausdruck bringen, dass die Unverbindlichkeit zu einem großen Teil auch beabsichtigt (organisiert) ist. Nach meiner Überzeugung kann es auch nur so funktionieren.

Die Nähe der Umarmung erfordert m.E. einen Rahmen, der die Privatsphäre der Beteiligten schützt. Im Tango weiß beispielsweise kaum jemand Details von mir. Wissen um Beruf, Lebensumgebung usw. sind für eine gemeinsame Tanda nicht erforderlich.

Aus dem freundschaftlichen Umgang kann dann jederzeit eine Freundschaft entstehen.

Snoop hat gesagt…

@cassiel #6
Organisierte Unverbindlichkeit als Rahmen, im Sinne von Schutz und Freiheit der Beteiligten - ja wo bleibt denn da der Tango-Taliban ;-))
Nun im Ernst: Das klingt schön - ist schön.
... und ist auch ein guter Nährboden für eine mögliche Freundschaft.

Donato hat gesagt…

Naja, wir können den Alltag eben nicht komplett hinter uns lassen. Aber immerhin ist so eine Tango-Runde eine einigermaßen gepflegte Chance zum Miteinander. Habe mich schon in rauheren Gefilden bewegt.
Manchmal denke ich, das Glas ist halbleer, wenn sich mal wieder jemand krass daneben benimmt. Meist ist es aber halbvoll oder voll. Wenn man sieht, was momentan so auf der Welt abläuft.....
Und, wie jemand hier schon anmerkte, so eine Milonga ist auch ein bisschen wie Kino, wie eine Soap.
Und ja, der cabezeo ist eine feine/feinfühlige Sache. Entweder Sympathie/Interesse (in diesem Moment)oder aber höfliche Distanz.
Einen Anspruch auf mehr gibt es nicht.
Gruß von Donato.

haribold hat gesagt…

Cassiels Frage ist meiner Meinung nach von der falschen Seite her gestellt: Von der Seite des Tango. Klarer wird es, wenn man die Frage aus Sicht der Freundschaft stellt. Dann ist zunächst der Freundschaftsbegriff zu klären. Lt. Wikipedia ist „Freundschaft ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.“ Ab welchem Maß an Sympathie und Vertrauen Freundschaft empfunden wird, dürfte individuell sehr unterschiedlich sein. Und dass der Freundschaftsbegriff als solcher höchst unterschiedlich gebraucht wird, zeigen beispielsweise die „Freundes“listen bei Facebook. So betrachtet ist die Erfahrung Cassiels mit den beiden Paaren leicht zu erklären: Nicht der Tango, sondern individuell unterschiedliche Freundschaftsbegriffe erklären den scheinbaren Widerspruch.

Freundschaft setzt soziale Kontakte voraus, und da ist der Tango bloß einer unter vielen. Körperliche Nähe und Umarmung können Zeichen von Freundschaft sein, im Tango aber sind sie bloß Mittel zum Zweck. Das können oder wollen vielleicht manche nicht auseinanderhalten. Auch die Bussi-Bussi Rituale in manchen Cliquen können einen Anschein von Freundschaft erwecken, wo gar keine ist.

cassiel hat gesagt…

@haribold 

Du führst einen interessanten Gedanken in die Diskussion ein. Wenn es also nach Deiner Meinung „falsch“ ist, die Frage nach der Freundschaft vom Standpunkt des Tangos aus zu formulieren, dann drehen wir es doch um (ich hoffe, ich verstehe Dich jetzt richtig). Wählen wir also als Ausgangspunkt den Freundschaftsbegriff und schauen auf den Tango.

Dann drängt sich allerdings – zumindest für mich – sofort die Frage auf, wie wir Menschen (im Tango wie im restlichen Leben) gegenüber treten, die nicht unseren Freundschaftsbegriff teilen. Nehmen wir vielleicht einmal Zeitgenossen mit deutlicher ausgeprägten narzisstischen bzw. hysterischen Anteilen in ihrer Persönlichkeit (die Begriff „narzisstisch“ und „hysterisch“ verwende ich als Fachbegriffe der Psychologie - es geht mir hier gar nicht um irgendeine Wertung). Wenn wir also solche Menschen treffen und uns u.U. ihre Persönlichkeitsstruktur fremd ist, wie gehen wir damit um? Wie begegnen wir Menschen, die nach unserer Wahrnehmung den Tango als Selbstbespiegelung ihres Egos verwenden?

Momentan könnte man zu der Überzeugung gelangen, wir leben im Zeitalter der Beleidigten (dafür gibt es in der Weltpolitik derzeit genügend eindrucksvolle Beispile). Ich finde es – gerade im persönlichen Nahfeld – nachvollziehbar, dass es Menschen gibt, die sich mit solchen Charakteren nicht auseinandersetzen wollen. Dann bliebe allerdings beim Blick auf den Tango die Frage, was diese Menschen im Tango suchen. Mir ist es häufig vollkommen rätselhaft, warum manche sehr ich-bezogene Zeitgenossen ausgerechnet im Tango gelandet sind. Da gäbe es sicherlich andere, effektivere Felder, in denen diese Menschen ihr Quantum an Anerkennung finden würden. Vielleicht führen aber diese Überlegungen zu weit weg vom ursprünglichen Thema…

haribold hat gesagt…

@ Cassiel:
Ich bin kein Psychologe und kann keine "Zeitgenossen mit deutlicher ausgeprägten narzisstischen bzw. hysterischen Anteilen in ihrer Persönlichkeit" identifizieren. Nach meiner Wahrnehmung ist die Tango Community ein Abbild der Durchschnittsgesellschaft mit allenfalls einem gewissen Ausschlag zum Narzissmus (was ich nicht negativ sehe). Und wie gehe ich damit um? Nachsichtig. Vielleicht bin ich ja selber (als Tangotänzer) nicht frei von Narzissmus.

Ein Problem der Tango Community ist eher, sich als Tangotänzer für etwas besonderes zu halten und zu glauben, andere Tangotänzer seien ebenso besonders. Elitedenken halt. Nicht mein Ding.

Tangotänzer sind Durchschnittsmenschen, die Tango tanzen.

cassiel hat gesagt…

@haribold 

Tangotänzer sind in der Tat nichts besonderes. Allerdings geht vom Tango m.E. eine stärkere Faszination für Menschen mit bestimmten charkterlichen Dispositionen aus. Dafür ist die Anfangsphase viel zu holperig. Um vergleichsweise „sicher“ durch die ersten Jahre zu kommen (und nicht wieder gleich aufzugeben) benötigt es eine Art von Belohnungsversprechen, das nicht für jede bzw. jeden den gleichen Reiz bzw. Stellenwert hat.

Aber Du spichst auch noch den berüchtigten „Eliten“-Begriff an. Mir ist nicht ganz klar, ob Du die Tangotänzer insgesamt meinst, oder ob Du da eine Gruppe innerhalb des Tangos siehst. Ich sehe diese „Elite“ nicht. Wenn wir auf die Gesamtheit der Tangotänzer schauen, dann ist diese Gruppe gleichermaßen „besonders“ bzw. „gewöhnlich“ … wie z.B. die Züchter seltener Orchideen oder die Freunde der Photographie mit historischen Plattenkameras. Da sind Hobbies eben sehr stark ausdifferenziert und jede Liebhaberei ist m.E. gleichemaßen „außergewöhnlich“ und gleichzeitig „langweilig“ – es kommt auf den Betrachtungsstandpunkt an.

Kommen wir also zu den vermeintlichen „Eliten“ innerhalb des Tangos. Da wird es für noch schwieriger. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der ernsthaft behauptet hätte, er wäre „Elite“ im Tango. Andererseits habe ich oft den Begriff als Terminus technicus in Gesprächen erlebt. Er wird verwendet um sich von anderen Menschen abzugrenzen. Einer anderen Person „Elite“denken zu attestieren heißt doch, die Person gehört nicht zu meiner ausdifferenzierten Interessensgruppe dazu. Gleichzeitig legitimiert diese Sprachregelung auch ein dauerhaftes Ignorieren (und manchmal leider auch starkes Abwerten) anderer Menschen. Diese inzwischen moderne Aufteilen von „wir hier unten“ und „die dort oben“ führt im Ergebnis nur zu einer Zementierung der gefühlten Unterschiede (und wird fast immer in Richtung „von unten nach oben“ verwendet). Sachlich ist es nach meiner Wahrnehmung fast nie gerechtfertigt.

Austin hat gesagt…

Ich habe mich das auch schon gefragt, warum in meinem Freundeskreis keine Tangotänzer hinzugekommen sind, seit ich Tango tanze. Warum der Tango es weniger als andere Hobbies schaftt, zu Freundschaften zu führen.

Das kann natürlich an meiner Person liegen, aber ich glaube eher, es liegt daran, dass das Tangotanzen nichts darstellt oder bewirkt, was über die zwei Tanzenden hinausgeht. Wenn ich mit einer Sportmannschaft ein gutes Spiel mache und vielleicht ein Match gewinne, dann hat man gemeinsam etwas geschafft, was von außen irgendwie als Ergebnis dieser Kollektivbemühungen erkennbar ist. Wenn ich mit einer Band oder im Orchester ein Konzert spiele, dann haben wir zusammen diesen Auftritt gut oder schlecht hinbekommen, aber es gibt ein auch für Dritte wahrnehmbares Ergebnis unserer gemeinsamen Anstrengung, und wir haben nicht nur für uns, sondern auch für Dritte etwas gestaltet.

Beim Tanzen hat man das nicht. Da hat man nur für den Moment etwas gemacht, was hinterher kein Außenstehender mehr weiß. Wir haben für uns getanzt und es war gut oder schlecht, oder anstrengend oder intensiv oder langweilig, aber wir haben nichts bewirkt, was über eine Wirkung auf uns selbst hinausgeht. Wir hinterlassen nichts, was uns verbindendet.

Das ist meine Theorie hierzu. Und das passt auch mit der hier schon mehrfach erwähnten Unverbindlichkeit zusammen. Die Tango-Umarmung ist nicht Ausdruck einer emotionalen Haltung zueinander; wir umarmen uns, weil man das fürs Tanzen tun muss, und natürlich macht die Umarmung etwas mit uns, solange wir in dieser Haltung sind, aber wenn die Tanda aus ist, dann war es das wieder. Vielleicht ist der höfliche Umgang der meisten Tangueros miteinander auch so etwas wie eine kollektive Umarmung, die ihre Bedeutung verliert, wenn die Milonga vorbei ist.

Donato hat gesagt…

1.)In der Tangoszene finden sich - wie sollte es auch anders sein - die unterschiedlichsten Charaktere. Entsprechend finden manche im Tangobereich Freunde/Partner und andere eben nicht. Insofern kein Unterschied zu anderen Freizeitbereichen. Das stilisierte Ideal aus der "Goldenen Zeit" des Tango am Rio de la Plata "Single-Mann/Single-Frau kommt allein zur Milonga und geht nach ein paar schönen Stunden auch prinzipiell einsam wieder nach Hause" hat es doch so einheitlich gar nicht gegeben (glaubt doch keiner). Und heute ist das doch sowieso Schnee von vorgestern. Wo leben wir denn?
2.) Claro gibt es im Tango - wie in vielen anderen Tanzszenen auch - eine "Elite" und Leute, die sich als "Elite" fühlen. In Bezug auf das Tanzvermögen und/oder die Attraktivität der jeweiligen Personen. Ich zähle mich nicht dazu.Diese Fragestellung interessiert mich nicht. Zeitverlust! Solange diese Leute ihr Elitebewusstsein diskret handhaben - und das ist weitgehend der Fall - ist es doch o.k. und gehört zum Milonga-Kino. Zudem ist es doch ein guter Test des eigenen Selbstvertrauens!
3.) Die enge Umarmung beim klassischen Tangotanzen ermöglicht zum einen hervorragend(!), die tänzerischen Signale des Partners/der Partnerin zu spüren (andere Tänze nutzen ähnliche Körperkontakt-Signale). Zum anderen ist sie im optimalen Fall natürlich auch Ausdruck von Vertrauen und evtl. auch Sinnlichkeit. Eventuell ist sie auch nur höflich reserviert. Wo liegt das Problem? Vergnüglich ist es allemal. Wer auf Dauer gar nicht damit klarkommt, kann ja zum Kegelclub oder Fußball-Spielen gehen. Bin aber sicher, dass es beim Tango auch etliche Fußballspielende und Kegler gibt.
Gruß von Donato.

Yokoito hat gesagt…

Da ist etwas dran. Ich fand meine eigene Reaktion auf diesen Text interessant. Kurzer Schreckmoment - oje, keine bleibenden Werte geschaffen. Ineffizient. Dann aber - genau darin, etwas Immaterielles geschaffen zu haben, liegt ja gerade der Reiz. Abgesehen davon: Was geschaffen wird, sind Erinnerungen - die Partner dieses Tanzes schaffen sie füreinander.

Tango-Freundin hat gesagt…

Eine Bemerkung zu Austin's These und den zustimmenden Kommentaren:

"Warum der Tango es weniger als andere Hobbies schaftt, zu Freundschaften zu führen.

Das kann natürlich an meiner Person liegen, aber ich glaube eher, es liegt daran, dass das Tangotanzen nichts darstellt oder bewirkt, was über die zwei Tanzenden hinausgeht. Wenn ich mit einer Sportmannschaft ein gutes Spiel mache und vielleicht ein Match gewinne, dann hat man gemeinsam etwas geschafft, was von außen irgendwie als Ergebnis dieser Kollektivbemühungen erkennbar ist. Wenn ich mit einer Band oder im Orchester ein Konzert spiele, dann haben wir zusammen diesen Auftritt gut oder schlecht hinbekommen, aber es gibt ein auch für Dritte wahrnehmbares Ergebnis unserer gemeinsamen Anstrengung, und wir haben nicht nur für uns, sondern auch für Dritte etwas gestaltet.

Beim Tanzen hat man das nicht. Da hat man nur für den Moment etwas gemacht, was hinterher kein Außenstehender mehr weiß. Wir haben für uns getanzt und es war gut oder schlecht, oder anstrengend oder intensiv oder langweilig, aber wir haben nichts bewirkt, was über eine Wirkung auf uns selbst hinausgeht. Wir hinterlassen nichts, was uns verbindendet."

Ich finde nicht, dass Tango sich da von anderen Szenen unterscheidet.

Und um diesen schalen Nachgeschmack " ... beim Tanzen habe man das nicht. Da hat man nur für den Moment etwas gemacht, was hinterher kein Außenstehender mehr weiß. " zu überwinden, kann ich eine relativ einfache Abhilfe empfehlen:

Engagiert euch einfach in der jeweiligen Szene,
schreibt vielleicht nicht nur Blogbeiträge
(was aber schonmal nicht schlecht ist ;-) ),
sondern organisiert zum Bsp. auch Prakticas oder Milongas.

Das ist, vor allem im Sommer wenn es auch wieder "Open Air" die Möglichkeiten dazu gibt, gar nicht so schwierig, wie man gemeinhin denkt !
(sofern man die Ansprüche an die Komposition der Tandas
und an die Perfektion drr Audio-Kette nicht allzu hoch schraubt ...)

Falls jemand dafür noch weitere Anregungen sucht,
dem empfehle ich diesen Artikel:

http://salsainfo.org/index.php/49-populaere-artikel/90-was-tust-du-um-salsa-und-die-salsaszene-voranzubringen

Man braucht lediglich Salsa durch Tango zu ersetzen ;-)

PS:

@ Cassiel;
Schön, dass du wieder schreibst.
Guten Rutsch und eine " Flotte Feder" für 2017 :-)

Donato hat gesagt…

@Tango-Freundin:
Also, es ist ja jedem unbenommen, das Tango-Tanzen (und die damit verbundene Musik) einfach nur als ein schönes Freizeit-Tanzvergnügen ohne weitergehenden Inhalt zu genießen. Wobei sich da schon die Frage stellt, warum man/frau bei so einem "unverbindlichen" Event nicht auch Freunde finden kann.
Aber irgendwie bist Du - pardon, das muss ich schon sagen - doch bisher irgendwie mit "unaufmerksamem" Blick durch Deine Tango-Abende (und auch durch diesen Blog) geschlendert. Ist ja auch Dir überlassen.

Sonst hätte Dir auffallen müssen, dass es da viele Leute gibt, die sich nach Kennenlernen der Tango-Musik (es gibt durchaus auch Leute, die gar nicht den zugehörigen Tanz tanzen wollen/können) und des Tango-Tanzens zunehmend mit dieser Kultur - natürlich der Schönheit und den Feinheiten der Musik, aber auch der Historie, Sozialgeschichte, Geschichte der Orchester und der Instrumente, usw. - befassen und sich zunehmend darin zu Hause fühlen. Ist ja auch jedem überlassen. Jedenfalls ergeben sich damit und darin doch automatisch im Laufe der Jahre Freundschaften - in welcher Intensität auch immer!
Herzliche Grüße von Donato.

Tango-Freundin hat gesagt…

@ Donato:

"@Tango-Freundin: ... Aber irgendwie bist Du - pardon, das muss ich schon sagen - doch bisher irgendwie mit "unaufmerksamem" Blick durch Deine Tango-Abende (und auch durch diesen Blog) geschlendert. Ist ja auch Dir überlassen. "

Also, es ist ja jedem unbenommen, die Blogbeiträge hier unaufmerksam zu lesen.
Das (und noch anderes) ist gerne Dir überlassen .... ;-)

"Sonst hätte Dir auffallen müssen, dass es da viele Leute gibt, die sich nach Kennenlernen der Tango-Musik (..) und des Tango-Tanzens zunehmend mit dieser Kultur - ... - befassen und sich zunehmend darin zu Hause fühlen. Ist ja auch jedem überlassen. Jedenfalls ergeben sich damit und darin doch automatisch im Laufe der Jahre Freundschaften - in welcher Intensität auch immer! Herzliche Grüße von Donato. "

Diese Unterstellung kann ich jedoch gänzlich beruhigt von meiner in
Deine Richtung sehr kalten Schulter rutschen lassen, lieber Donato ;-)

Dass sich im Laufe der Jahre nicht nur in der Tango-Szene, genauso natürlich wie auch
in allen anderen (Tanz-, u.a. ..) Szenen zahlreiche Freundschaften verschiedenster Intensität entwickeln, das ist mir mehr als klar. Unter anderem deswegen liebe ich ja die verschiedenen Szenen, die eben oft auch ganz verschiedene Menschen und damit verschiedene Freundschaften entstehen lassen.

Du hast Dich zwar offenbar angesprochen gefühlt,
aber mein Beitrag hat sich keineswegs auf deine oben geäußerten Aspekte 1) bis 3) bezogen:
denen stimme ich durchaus größtenteils zu ( ... wenn auch inzwischen etwas widerwillig O:-) ).

Mir scheint, du bringst ohne Not durch diese (eventuell sogar gewollte ?) Missinterpretation meines Beitrags
eine gewisse Aufgeregtheit hier in diese Diskussion, und ich sehe schon Cassiel hier zur Mäßigung mahnen ...
Das ist aber vielleicht auch nicht verkehrt: dann lässt er sich hier wenigstens mal wieder blicken. ;-)

Ich muss jetzt allerdings los zur Silvester-Milonga und wünsche daher nun
allseits einen guten Rutsch, und euch und dem Blog vor allen Dingen
ein gesundes und produktives neues Jahr 2017 !

Donato hat gesagt…

@Tango-Freundin:
Tja, pardon, sieht so aus, als wenn mein Kommentar zu Deinem Vortrag eigentlich ein Kommentar zum Austin war. Fand meinen Kommentar (also nachträglich gesehen hinsichtlich Austin) nicht unhöflich. Wäre vielleicht besser gewesen, wenn Du klarer getrennt hättest, was von Austin stammte und was von Dir. Da die Diskussion zu diesem Thema sich langzeitig hinzieht, hatte ich natürlich nicht mehr alle vorhergehenden Beiträge in Erinnerung. Hatte auch wenig Lust, den von Dir benannten Link aufzurufen, der in dem Falle wohl für mehr Klarheit gesorgt hätte. Habe lieber Diskussionen aus direktem Mund. Sonst sind wir nur noch am Link-Hausaufgabenmachen.
Bin gerne bereit, meinen Anteil an diesem Lese-Missverständnis einzugestehen. Dazu brauchen wir Cassiel nicht.
Herzliche Grüße, Donato.

Tango-Freundin hat gesagt…

@Donato:
Prima, dann kann Cassiel die Zeit nutzen, um am nächsten Blogbeitrag zu feilen .. O:-)
Herzliche Grüße zurück,
Tango-Freundin

André hat gesagt…

...um mal auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen, ob Tango eigentlich Freundschft ist, mal meine Meinung, als jemand, der noch recht "frisch" in diesem Metie ist. Meine Partnerin und ich tanzen erst seit ca. 2 Jahren, dafür aber recht intensiv, Tango miteinander. Es ist ein für uns beide, faszinierendes Tanzerlebnis, das viel gemeinsame Aufmerksamkeit voraussetzt. Der Tanz mit einer für mich zuvor meist unbekannten Folgenden ist ein immer wieder neuer Versuch während der gemeinsamen Tänze, Harmonie herzustellen. Je besser das gelingt, desto bereichernder ist das Erlebnis. Harmonie setzt (für mich) auch Sympathie und ein Maß an Vertrauen voraus. Harmonie ist sicherlich ein Aspekt von Freundschaft, aber eben nur Einer. Ich halte Tango, wenn die Frage auf den Tanz bezogen wird, weniger für Freundschaft, als vielmehr idealerweise für ein gemeinsames Erlebnis von Harmonie. Wenn sich außerhalb der Tanzfläche dann auch Freundschaft daraus entwickelt, umso besser.

Tango-Freundin hat gesagt…

@André:
Harmonie ist sicher auch ein interessantes Konzept!

Allerdings tanze ich aus Freundschaft auch ab und zu mal mit Menschen, mit denen die tänzerische Harmonie gar nicht unbedingt das Non-Plus-Ultra sein muss :-)
Obwohl ich also Harmonie durchaus schätze, deckt der Begriff nicht alles ab ..


@Donato:
Mein oben verlinkter Hinweis war ja ld. nicht direkt anklickbar.

Daher zur leichteren Diskutierbarkeit und mit Bezug auf Cassiels ursprüngliche Frage, was denn freundschaftliches und soziales Verhalten in der Tangoszene fördern könnte, hier ein paar Ideen aus dem oben genannten Link (welcher sich allerdings an eine weitaus "unkompliziertere" (?!) Tanzszene gerichtet hat) :


" ...

Meiner Meinung nach kann jeder, der gerne tanzt, jeder der die Parties in seiner Stadt mag ... ... mit ein paar einfachen Dingen alles voranbringen!

1. Geht auch mal früher zu den Partys, redet mit Anfängern, nehmt ihnen die Angst, übt mit ihnen.

2. Ladet Leute aus Eurem Umfeld ein! Jeder soll mal kommen. Das häufig gehörte Argument "die Männer, die ich kenne sind alle uninteressant und langweilig..." ist doch schnell entkräftet: Bringt jede Frau pro Monat neue 1-2 Männer mit, von denen vielleicht nur einer in den folgenden Wochen bleibt, so kann der doch von mir aus so langweilig und uninteressant sein, wie es nur möglich ist, denn andere Frauen würden das dann vielleicht auch tun, und so steigt die Zahl an Tänzern insgesamt. Und natürlich findet irgendwer dann auch bei den "Neuen" immer irgend jemanden "Interessant"... ;-)
(nennen wir es mal den reziproken Koinizdenztransfer potentieller Bewegunspartner ;-) )

3. Trinkt was! Und dann trinkt noch etwas... ;-) ...ist gesund und nützt dem Inhaber. Vor allem, wenn eine Party keinen Eintritt kostet, sollten mindestens 5-7 Euro (im Gegenwert eines Eintritts) drin sein. Im Kino konsumiert ihr auch Popkorn und Getränke für 15 Euro. ;-)

4. Kein offener Streit, keine Ränkespiele, keine Intrigen. Wenn ihr alles besser wisst und könnt, dann macht etwas Positives daraus! Seid konstruktiv, arbeitet miteinander und nicht gegeneinander, bringt Euch in die Gemeinschaft ein, sorgt für Fortschritt!

5. Sprecht Eure lokalen Veranstalter an, inwiefern Ihr helfen könnt.

Ein paar spontane Ideen wären:
- Hilfe bei Veranstaltungen
- Flyer verteilen
- ladet Leute mündlich ein
- man kann Plakate aufhängen
- Auftritte machen oder organisieren
- Animationen einstudieren und Leute dazu motivieren ( chacarera? )
- Falls man wirklich gut ist:
- auch gerne mal Kurse oder Schnupperkurse für Anfänger geben.
- als DJ-Ersatz anbieten
- Aushilfe (z.B. bei Männermangel) in Tanzschulen und Tanzkursen
- Partyfotograf
- Vermittlung von Tanzpartnern
- Organisation von Übungsstunden
- Beratung bei Partys, Tanzschuhen, Kongressen, Tanzlehrerauswahl
uvm.


Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig und ... "


So, und jetzt ich bin hier mal ein kleines bißchen gespannt,
welche dieser Ideen in der Tangoszene denn nicht taugen sollten
und welche Alternativen es dann außerdem noch so gäbe ... ;-)

Donato hat gesagt…

@Tango-Freundin
Ja, all diese Vorschläge passen auch zum Tango. Habe auch meinen Teil dazu beigetragen. einiges davon umzusetzen.
Ebenso sehe ich auch hinsichtlich der "Kompliziertheit" der beiden Szenen keinen grundlegenden Unterschied. Du hast das ja auch schon mit Fragezeichen versehen. Genau wie im Tango geht es in der Salsa-Szene um Kommunikation, Musik, Tanzen. Insgesamt halt mit mehr Tempo und Power. Auch dort gibt es Leute, die sich im Verlauf zunehmend für die kulturelle Sache begeistern und sich intensiv damit beschäftigen. Es entstehen Freundschaften, Beziehungen, usw.. Ok., beim Tango-Tanzen braucht man keine Ohrenstöpsel, schwitzt weniger (das mit der Laustärke sollten die Salsa-DJs wirklich mal ändern; das Schwitzen gehört zu diesem Power-Tanz) und reist nicht nach Kuba sondern BsAs.
Herzliche Grüße, Donato.