Freitag, 18. September 2009

Nackter Tango - ein verbalisiertes Unbehagen

[Update 13. Januar 2011: Manche Neuauflagen bestimmter Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und so ist die Diskussion zu diesem Beitrag nach über einem Jahr neu entbrannt. Eigentlich dachte ich, ich hätte deutlich gemacht, daß ich die Verwendung des Rotlicht-Milieus im damaligen Buenos Aires als Tango-Kulisse total unangebracht finde. Offensichtlich ist es mir nicht gelungen, das zu transportieren. Und so habe ich noch einmal gesondert zum Mythos des Tangos im Bordell geschrieben.]

Auf tango-de entwickelte sich in den letzten Tagen eine lebhaftere Diskussion (Folgebeiträge sind dann hier, hier und hier zu finden) zu einer Veranstaltung "Nackter Tango", die am kommenden Wochenende in Stuttgart stattfinden wird. Ich habe kein Problem damit, die Internetseite Nackter-Tango.de zu verlinken; ich muß nicht für meine Leserinnen und Leser Informationen filtern. Ob nun eine solche Veranstaltung stattfindet oder nicht, daß ist mir eigentlich relativ egal. Allergisch reagiere ich allerdings, wenn in irgendeiner Form (ausgesprochen oder unausgesprochen) dieser Veranstaltung das Etikett "authentisch" gegeben wird. Vielleicht hätte ich für diesen Eintrag auch die Überschrift: "Die nackte Authentizität oder die authentische Nacktheit" wählen sollen. ;-)

Das wirklich Unangenehme in diesem Kontext sind die schnell ausufernden Diskussionen (da gibt es ein eindrucksvolles Beispiel bei Patrick und bei Elbnymphe entwickelte sich hier und hier eine längere Diskussion. Auch in der Mailingliste tango-de wurde es schnell sehr robust. Also gut! Ich bin ja nun schon ein wenig Troll-erprobt und fürchte keine Diskussion.

Der Veranstalter wirbt auf seiner Website mit den Worten: Ein Tango-Argentino-Event bei dem unverhüllt das dem Tango Argentino zugrundeliegende 'Hure-Freier-Spiel' auf einzigartige Art und Weise zelebriert wird. Ob gewollt oder ungewollt, der Veranstaltungstitel lehnt sich an den Film Nackter Tango an, den ich nicht kenne. In den verschiedenen Diskussionen legt sich der Veranstalter nun nicht fest, ob er ein Thema zitiert, zelebriert, nachempfindet oder was auch immer. Es sei ihm überlassen. Nun aber das Rotlicht-Milieu als besonders tangoauthentisch hinzustellen halte ich für sehr gewagt (und das ist äußerst zurückhaltend formuliert). Ein paar stichwortartige Anmerkungen möchte ich hier wiedergeben:

Wenn nun also die Authentizität hochgehalten wird, dann sollte der Tanguero/Tanguera Koeffizient bei der Milonga ebenfalls authentisch sein (d.h. auf eine anwensende Tanguera kommen fünf anwesende Tangueros - das entspricht dem Verhältnis der Geschlechter im damaligen Buenos Aires).

Bleiben wir noch ein wenig bei dem Stichwort Authentizität. Mir drängt sich die Frage auf, ob mit der modernen Hochglanz-Erotik die Stimmungslage der damaligen (meist bitter armen) Einwanderer wiedergegeben wird.

Der Veranstalter springt immer zwischen den verschiedenen Bedürfnissen seiner Leser hin und her. In Diskussionen geht es ihm um den Tango in der Frühphase. Die Angabe von Stichworten auf der Startseite (ein überaus dilletantischer Versuch der Suchmaschinenoptimierung) sprechen eine ganz andere Sprache: verrucht, verdorben, schmutzig sind da noch die harmloseren Vertreter. Ob in der Angabe dieser Stichworte eine mögliche Zielgruppe adressiert wird?

Eine romantisierende Verklärung des Rotlichtmilieus finde ich total unangebracht. Dort gab (und gibt) es unendliches Leid und Elend. Die häufig vergesellschaftete Gewalt war vielleicht einmal Teil der Kultur des Tangos. Auf diesen Teil kann ich aber sehr gut verzichten.

Um mich frei von Mißverständnissen auszudrücken. Jede / jeder möge doch nach seiner Façon seelig werden. Für mein Empfinden haben derartige Veranstaltungen nichts mit dem Tango Argentino zu tun, außer daß dort zufällig Tango getanzt wird.


Ich möchte abschließend noch einen m.E. sehr treffenden Folgebeitrag aus dem Diskussionsstrang in der Mailingliste zitieren (mit freundlicher Genehmigung des Urhebers):
Jedem Tierchen sein Plaisierchen

Es gibt Leute, die lieben Sex in der Öffentlichkeit, gehen in Swingerclubs, organisieren flotte Dreier usw. oder mehr. Versuchen also, ihre Sexualität freier zu leben, auszuleben. Der Veranstalter mag davon auch einiges. Er liebt Partys, liebt Geschichten, Swingerclubs, Tango, Frauen und noch vieles mehr. (Ich habe das jetzt mal wörtlich genommen und geglaubt, was in seinen Blogs steht). Ist ja okay.

Man sollte die "nackter Tango"-Veranstaltung nur nicht so als normale Milonga sehen finde ich, sondern mehr als Veranstaltung zur Befeuerung der eigenen Phantasien und zum Kitzeln der Libido. Frauen können ein wenig ihre exhibitionistische Seite ausleben, Männer vielleicht auch oder sie haben immerhin etwas zu schauen.

Es werden wohl mehr Strapse zu sehen sein als sonst (so oder so ähnlich stand es in der Tangodanza), die Schlitze in der Kleidern werden höher angesetzt sein und der Rückenausschnitt tiefer. Vielleicht wird auch ein U40 Mann mit nacktem Oberkörper tanzen.

Wird schon nicht so schlimm sein.
Punkt.
==========
Aber diese gequirlte Kacke da mit "Hure-Freier-Spiel" verdirbt mir den Spaß.

Genauso wenig, wie man sich heute hinstellen und sagen kann, dass die Nazis auch ihr Gutes hatten, genauso wenig kann man sich unbedarft hinstellen und heutzutage so über das "Hure-Freier-Spiel" schwafeln.

Das "Zuhälter-Hure-Freier-Spiel" ist sexuelle Gewalt, nackte Unterdrückung, körperlicher Missbrauch, Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Sklaverei, ...

Dafür brauchen wir hier in der Diskussion keine Feministinnen um das festzustellen, dass steht alles im Strafgesetzbuch. (Ich kann mir tanzende Feministinnen übrigens sehr gut vorstellen).

Punkt.
==========
Was die/der Veranstalter im Kopf hatten, war wohl mehr ein Spiel, um mit erotischen Fantasien zu beflügeln. Was sie nicht verstehen ist: Das geht so nicht, dass kann man nicht machen.

Klaus

Aus all diesen Überlegungen folgt, daß ich zum Schluß des Eintrag vielleicht doch einmal Cassiels Vermutung formulieren sollte:

Der nackte Tango hat ungefähr so viel mit dem Tango zu tun,
wie die käufliche Liebe mit der Liebe.


Nichtsdestotrotz wünsche ich den Teilnehmern der Veranstaltung, daß ihre Erwartungen an den Abend in Erfüllung gehen mögen. ;-)

54 Anmerkung(en):

Anonym hat gesagt…

Wie immer ein "echter Cassiel". Du hast es auf den Punkt gebracht: "Der nackte Tango hat ungefähr so viel mit dem Tango zu tun, wie die käufliche Liebe mit der Liebe."

Wunderbar!

Anonym hat gesagt…

verklemmter Spießer!

Anonym hat gesagt…

Ein schöner Text den ich genau so unterschreibe!

sophia hat gesagt…

Du hast so schön geschrieben. Hoffentlich mäßigen sich die Fans solcher Veranstaltungen zukünftig.

Erotik? Für mich gibt auch eine Erotik des Intellekts (das stand mal irgendwo bei elbnymphe - ich finds gerade nicht).

Liebe Grüße
Sophia

yy hat gesagt…

Oh mein Gott...

affig hat gesagt…

Caren42: Was hat Gott damit zu tun?

Cassiel: Was soll der Scheiß mit der Vermutung? Du kannst ja nicht einmal richtig deutsch!

Apfelmus hat gesagt…

Sehr interessanter und gut geschriebener Beitrag, Cassiel - danke! Für mich sind solche Veranstaltungen völlig uninteressant, dieses ganze Erotik-Getue um den Tango argentino geht mir sowieso auf die Nerven, weil ich es für heillos übertrieben halte. In unserem sozialen Kontext hat Tango nichts mehr mit Bordellen, Männerüberschuß, etc. zu tun, und ich finde es befremdlich, diese Zeiten "wiederaufleben" lassen zu wollen. Wobei historische Gründe m.E. letztendlich ja gar nicht der eigentliche Hintergrund sind - was der sein könnte, mag sich jeder selbst überlegen.
Wirklich gut tanzen lernen ist ein langer, schwieriger, mühsamer Prozess, besonders beim Tango argentino, aus dieser Perspektive betrachtet, ist der Erotikfaktor schon deutlich weniger hoch :-))

Anonym hat gesagt…

Und warum schreiben auf der Mailingliste Frauen so euphorisch? Also ich kenne keine Tanguera, die zu einer solchen Veranstaltung gehen würde.

Austin hat gesagt…

Zwei Anmerkungen:

1. Ich schließe mich Apfelmus an. Absolut treffend kommentiert.

2. Der Veranstalter wirbt damit, dass einige Gäste eine sehr weite Anreise auf sich nehmen, um dabei zu sein. Das beruhigt mich. Ich hatte nämlich schon Angst, dass auf dieser "Milonga" ausschließlich Schwäbisch gesprochen wird. Das kann ich mir gar nicht ausmalen ;-)

Anonym hat gesagt…

Wenn man den Verlauf der Diskussion auf Tango-de verfolgt, dann könnte man inzwischen meinen, die gesamte Tango-Szene (und isbesondere die Tangueras) haben nur auf diesen Event gewartet. Die kritischen Stimmen sind verstummt.

Kann mir das mal jemand erklären?

Anonym hat gesagt…

Die deutsche "Tango-Szene" hat ungefähr so viel mit dem Tango zu tun, wie die käufliche Liebe mit der Liebe."

Anonym hat gesagt…

Der Beitrag ist so wie der gesamte Blog: Überflüssig!

Austin hat gesagt…

@ Anonym:

"Die deutsche "Tango-Szene" hat ungefähr so viel mit dem Tango zu tun, wie die käufliche Liebe mit der Liebe."

Was für ein pfiffiger Spruch!

Und was soll man denn Deiner Ansicht jetzt als Tanguero in Deutschland machen ? Soll man auf jeder Milonga allen erzählen, dass es im Vergleich zu Argentinien hier nur der halbe Spaß ist? Soll man um halb eins erst kommen ("dort kommt keiner vor zwölf") und kurz nach eins wieder gehen und mit weltläufigem Lächeln zu den anderen Gästen sagen, "Hey sorry, das is einfach nich das richtige Feeling hier"? Oder noch besser, "Oh Gott, ich fürchte, Buenos Aires hat mich verdorben", und dann hoffen, dass einer fragt, "Echt? Erzähl mal!".

Ich meine, eine Szene wie die deutsche Tangoszene, der ein paar tausend Leute angehören, entwickelt zwangsläufig ein Eigenleben und klar, da ist es dann anders als dort, wo der Ursprung des Tango ist. Na und? Sollen wir uns jetzt alle für unseren Provinzialismus entschuldigen, nur weil eine Milonga hierzulande anders ist als eine in Argentinien und wir trotzdem gerne hingehen? Großartig, dann könnten wir gleich weitermachen und in der Sushi-Bar unsere Tischnachbarn mit unseren Erlebnissen aus Osaka langweilen oder bei der Pizzeria um die Ecke zum Kellner - natürlich auf italienisch - sagen, lieber Giorgio, Deine Pizza ist okay, aber letzten Sommer in Apulien, das war nochmal was ganz anderes. Giorgio wird beeindruckt sein ob so viel weitgereister Klugheit!

Ernsthaft: ich finde es gut, wenn deutsche Tangueros nach Lateinamerika fahren und sich dort ein paar Anregungen für ihre persönliche Tango-Karriere holen. Und ich höre auch gerne zu, wenn mir jemand von dort berichtet. Aber bitteschön ohne diese überhebliche Note. Die finde ich unerträglich.


(Das gehörte jetzt zwar nicht zum Thema mit dem Stuttgarter textilfreien Tango, aber das hat mich gerade aufgeregt)

Raxie hat gesagt…

@Austin

Volltreffer! Und ausgezeichnet formuliert, wie ich finde!

Anonym hat gesagt…

Einige Tage musste ich nachdenken. Ich hatte mir überlegt, ob du mit deinem Beitrag nicht unnötig Werbung machst. Inzwischen bin ich dankbar für deine klare Stellungnahme. Natürlich soll jeder tun und lassen, was er will! Aber mir wäre es sehr unangenehm, wenn solche Veranstaltungen eines Tages zum Tango gehören würden.

Als Frau schäme ich mich für manche Beiträge anderer Frauen auf tango-de. Sind die wirklich so naiv?

Lydia hat gesagt…

Sehr doppeldeutig ist ja schon der Name. Ich für meinen Teil glaube, wenn man sich nackig macht, um Tango zu tanzen, ist das noch lange kein nackter Tango. Die Website malt auf jeden Fall ein deutliches Bild (oder sollte ich lieber sagen, spricht eine deutliche Sprache), um was es hier in erster Linie geht. Ist ja eigentlich auch schön, wenn sich Menschen finden, die ihre erotischen Phantasien teilen und miteinander ausleben können. Und wenn sie das in Verbindung mit Tango erleben möchten - warum nicht. Allzu weit kann es mit der erotischen Freizügigkeit allerdings nicht her sein, wenn man dazu dann wieder das Deckmäntelchen der Authentizität bemühen muss. Schade eigentlich.

Ansonsten kann ich mich Cassiel nur anschließen. Und was die Bemerkung von Anonym 6 (auf dieser Seite) über die "deutsche Tangoszene" betrifft, hat Austin schon alles gesagt.

Anonym hat gesagt…

Alles halb so wild.
Also, ich war ja bei der Erstveranstaltung.
Nackt... hm, ja es war schon mehr Haut zu sehen, als auf Milongas sonst üblich. Zum Gucken ist das ganz nett, beim Tanzen war nicht viel Unterschied zu spüren. Meine Güte, der Tango ist halt Erotik, und die hat nicht unbedingt was mit unverhüllter Haut zu tun. Ich gehe davon aus, dass das Niveau dieses Forums das nicht weiter erörtern muss.
Tango... nagut, eine bekannte DJane spielte Musik, die irgendwann die Tänzer zum Hinsetzen animierte...
Das Tanzniveau würd ich mal als fortgeschrittene Anfänger bezeichnen, einige wirklich gute Tänzer stachen hervor, andere betrieben den Tango nur im Sitzen udn als Knutschkulisse.
Ein bisschen erinnerte mich das an die Jugendpartys in den 70ern.
Eifersuchtsszenen inklusive.

Schwäbisch... auch in Stuttgart spricht man nur noch teilweise Akzent, ich würd mal davon ausgehen, dass du überwiegend akzentfrei sprechen kannst.

Mein Fazit von damals: Gut tanzen kann ich woanders. Erotische Tanzerlebnisse hatte ich schon viele, gewiss aber nicht bei NT. Schöne Menschen auf der Tangppiste sehe ich auch, ob mit mehr oder weniger Haut, egal, meine Phantasie ist zum Glück gut bestückt.
Allen die hingehen: Viel Spaß!

Anonym hat gesagt…

Gehst Du zur zweiten Veranstaltung auch hin?

Anonym hat gesagt…

Der Diskussion ist eine neue Fuß- bzw. Endnote hinzuzufügen: auf der 13. Venus gab es den Corset Tango …

Promisc hat gesagt…

Ich finde es als äusserst befremdlich, dass Du hier das von Dir zitierte Pamphlet, welches einen Vergleich von »Nackter Tango« mit der Verherrlichung des Dritten Reichs und der NS-Diktatur bemüht, uneingeschränkt als treffend bezeichnest, cassiel.

Wes Geistes Kind ist das denn!?

Anonym hat gesagt…

Antwortest Du dem Promisc nicht?

cassiel hat gesagt…

Doch, natürlich beantworte ich solche Kommentare. Die Antwort zu diesem Kommentar befindet sich in einem anderen Diskussionsstrang: Nämlich beim Artikel Zwischenruf: Erotik vs. Sex im Tango Argentino. Meine Antwort findet sich weiter unten - genauer gesagt hier. Ich hatte damals nur vergessen, diese Antwort auch hier zu verlinken.

Andreas hat gesagt…

Hab das Thema schon länger verfolgt.

Was ist dabei, wenn Menschen sich treffen um ein wenig spärlicher bekleidet Tango zu tanzen? Nichts!

Schräg wird die Nummer für mich erst durch den verklemmten Versuch einen kulturellen Überbau mit Hilfe des Films zu erzeugen.

Leben wir immer noch in einer Welt, wo man seine Vorlieben nicht mit gleich gesinnten ausleben kann? Das glaube ich nicht.

Insofern scheint mir die Verklemmtheit bei den Veranstaltern zu liegen.

Meine Meinung dazu

Andreas

cassiel hat gesagt…

Hallo Andreas,

Danke für Deine Anmerkung. Vielleicht formulieren wir es ein wenig abstrakter:

Identität durch Abgrenzung

Das funktioniert bei (z.B. religösen) Sekten auch immer ganz gut.

Indem ich mich gegen eine Mehrheit deutlich absetze und vehement Verfolgung rufe, grenze ich mich mit meiner Idee ab. So etwas kann identitätsstiftend sein.

Für mich war die Verharmlosung der gesamten Hure-Freier-Nummer der Stein des Anstoßes - bzw. die Darbietung vom Tango im Korsett. Ansonsten soll doch bitte jeder machen, was ihm gefällt...

eine Tanguera hat gesagt…

Ich habe in den vergangenen 10 Jahren schon in den unterschiedlichesten Locations Tango getanzt. Auf der Straße, in Parks, in Turnhallen, Wohnzimmern und auf traditionellen Milongas und auch beim Salon Mala Fama und bei Tango Vicioso.

Letzlich war es immer Tango. Mal klassischer, mal modernener was die Musik angeht ... aber es war immer Tango.

Die Umgebung wirkt sich auf den Tanz aus. Es ist ein spürbarer Unterschied in einer Turnhalle oder im Insomnia zu tanzen.

Zu der Umgebung gehört der Raum, aber auch die Tanzenden um mich herum. Es ist ein Unterschied zwischen T-Shirts und Jeans oder zwischen Tänzern im Anzug, in Kleidern, Korsetts und Netzstrümpfen zu tanzen. Es macht Spass zu sehen wie die Menschen sich für ein besonderes Event zurecht machen und zugegenen, es macht Spass vor dem Kleiderschrank zu stehen und selbst auch wieder die Kleidungsstücke zum Vorschein zu zaubern, die frau vielleicht auf einer normalen Milonga nie tragen würde.

Ich geniesse diese Abende. Geniesse die Tänze, die Musik und die vielfältigen visuellen Eindrücke. Wohlgemerkt. Beim "nackten Tango" war ich noch nie. Wirklich unbekleidete Tänzer- oder Tänzerinnen habe ich bei Tango Vicioso und im Salon Mala Fama nicht gesehen.

Mir hat's gefallen und ich werde sicher wieder hingehen.

Anonym hat gesagt…

In TANGO-DE wurde schon wieder ein nackter Tango angekündigt. Willst Du nicht nochmal was schreiben?

Gangandshare hat gesagt…

Ein imponierende Versammlung von kleinbürgerlichen Spießern. Man muss sich nur wundern, worüber sich manche, und mit wie viel Inbrunst, aufregen können. Wer zum "Nackten Tango" gehen will, soll ruhig gehen (wir ziehen das durchaus in Erwägung). Wer nicht gehen will, der muss nicht gehen.

Und ob das für jemanden nun "wahrer Tango" ist oder nicht, ist völlig schnurz. Tango hat nun mal eine erotische Komponente, und es gibt kein Sittenwächtergremium, das darüber zu richten hätte. Ein jeder kann die erotische Seite des Tango interpretieren wie er mag, und andere geht das schlicht nichts an.

cassiel hat gesagt…

@anonym

Nein, ich wollte dazu eigentlich nichts mehr schreiben. Was ich zu sagen hatte, habe ich gesagt.

@Gangandshare
Auch Dir einen wunderschönen "Guten Abend". Inhaltlich kann ich zu Deinem Kommentar eigentlich nur anmerken, daß häufig der "getroffene Hund bellt". In meiner Anmerkung vom 05.11. hatte ich ja schon vermutet, daß ggf. "Identität durch Abgrenzung" funktioniert. Gerne bin ich da ein kleinbürgerlicher Spießer. Ich bleibe dabei: Dieser explizite Bezug zu einer schwül-feuchten "Hure-Freier-Romantik" hat m.E. mit dem Tango nichts zu tun.

Mich darfst Du hier beleidigen so viel Du willst. Mit den übrigen Kommentatoren gehst Du bitte pfleglich um. OK?

Gangandshare hat gesagt…

@Cassiel

Danke, dass Du uns das zum wiederholten Male mitgeteilt hast, was mit was nichts zu tun hat. Das interessiert mich zumindest überhaupt nicht, was Du findest, was mit was nichts zu tun haben soll.

Ich wiederhole mich ungern: Es gibt kein Sittenwächtergremium, welches darüber zu befinden hätte, wie etwas zu sein hat beim Tango. Auch wenn Du noch 1000x den Richter zu spielen versuchst.

cassiel hat gesagt…

@Gangandshare

Ich habe in meinem Blog meine Meinung vertreten. Das finde ich legitim. Wenn Du inhaltlich etwas beizutragen hast, dann bist Du herzlich eingeladen zu schreiben.

Für Deine persönlichen Befindlichkeiten bitte ich Dich, einen eigenen Blog zu schreiben. Wenn Dich meine Meinung nicht interessiert, dann wundere ich mich, warum Du Dir überhaupt die Mühe machst zu kommentieren.

Ich habe schon einmal für einen hartnäckigen Blogtroll ein Blog eingerichtet damit er dort schreiben kann. Er hat mein Angebot nicht angenommen. Willst Du dieses Blog schreiben?

tangoplauderei-find-ich-doof.blogspot.com/

Melde Dich doch bei Bedarf.

B. G. hat gesagt…

Nanu? Wo sind denn die Anmerkungen von promisc geblieben? Sowohl in diesem Beitrag als auch in dem Beitrag "Erotik vs. Sex im Tango Argentino" fehlen seine verbalen Ergüsse. Hast du die gelöscht?

Gangandshare hat gesagt…

@Cassiel

Du maßt Dir eine Richterrolle an, die Dir nicht zusteht. Wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, zu einem "Nackten Tango" zu gehen, ist Dir das völlig unbenommen.

Ob diese nun authentisch ist oder nicht, darüber hast Du nicht zu befinden, weil Dich niemand zum Richter berufen hat.

Anonym hat gesagt…

Oh fein! Es geht wieder los... Wer mag Chips und Bier? Da versucht sich mal wieder jemand an einem Duell mit Cassiel. Das wird spannend...

cassiel hat gesagt…

Also eigentlich habe ich einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir und will einfach nur noch in Ruhe ein paar Canaro-Titel hören und dann schlafen. Aber gut! Wenn hier eine Diskussion entsteht, dann antworte ich eben.

@B. G.
Ups, das hätte ich gar nicht bemerkt. Ich lösche hier nur im äußersten Notfall Kommentare. Einige Male hat es meinen Blogtroll erwischt (aber nur, wenn er sich unhöflich meinen Gästen gegenüber aufgeführt hat - schließlich bin ich in Fragen der Meinungsfreiheit äußerst liberal). Es berührt meine Blogger-Ehre: Nein, ich habe die Einträge von promisc nicht gelöscht. Promisc aber unter seiner Blogger.com-ID kommentiert und hat es offenbar vorgezogen, seine eigenen Kommentare selbst zu löschen. In diesem Diskussonstrang ist es nur ein Kommentar. In der anderen Diskussion sind es immerhin 16 Anmerkungen. Im Google-Cache findet man aber noch für wenige Tage die Einlassungen (Google liebt dieses Blog und crawlt es alle paar Tage - die Google-Cache-Versionen sind wenige Tage alt - in ein paar Tagen werden die Beiträge von promisc auch dort gelöscht sein). Keine Sorge, ich mache regelmäßige Sicherungen und habe die Beiträge archiviert. Ach übrigens: Ich denke, es ist ein wenig gewagt, von Ergüssen zu sprechen... aber das nur am Rande.

@Gangandshare
Möglicherweise habe ich mich nicht präzise ausgedrückt: Ich habe meine Meinung geäußert und nicht gerichtet. Hast Du das vielleicht jetzt verstanden? Ich hoffe einmal, daß der zeitliche Zusammenhang der Löschung durch Promisc und Deinen Beiträgen eine zufällige Koinzidenz ist. Oder bist Du womöglich gar Promisc? Läuft denn der Kartenvorverkauf für den nächsten "Nackten Tango" so schlecht, daß Du auf diese zweifelhaften Werbemethoden zurückgreifen mußt?


@anonym

;-)

Sorry, wir sind hier aber nicht im Zirkus. Das hier ist immer noch ein Blog.

Anonym hat gesagt…

Och, schade! Ich hatte mich schon so auf ein Duell gefreut. Aber Promisc/Gangandshare ist wohl die Luft ausgegangen. Da gibt es wohl ein massives Problem mit Sachdiskussionen in der Persönlichkeitsstruktur.

Das Löschen seiner alten Anmerkungen finde ich feige. Warum geht das überhaupt?

Gangandshare hat gesagt…

@Cassiel

Nein, ich bin nicht Promisc. Ich kenne ihn noch nicht einmal.

Sachlichkeit ist Deine Stärke nicht.

Aber gut, es ist Dein Blog.

Viel Spaß noch, beim Onanieren.

Nachdem ich mich intensiver hier umgeschaut habe, wurde mir nämlich schlecht.

cassiel hat gesagt…

Ich erneuere mein Angebot mit dem Blog. Nur weil Du ein Benehmen wie eine offene Hose an den Tag legst, muß ich ja noch lange nicht meine Höflichkeit verlieren. Außerdem steht im Handbuch für C-Blogger auf Seite 2184: "Wenn Sie einen ungehobelten Blogtroll haben, freuen Sie sich, er macht Sie nur noch bedeutsamer!"

In diesem Sinne Frage ich noch einmal: "Willst Du das Reserve-Blog?" Ansonsten muß ich nämlich davon ausgehen, daß Du nur destruktiv tätig sein willst.

Also wie wär's?

tangoplauderei-find-ich-doof.blogspot.com/

Du wirst dann reich und berühmt und alle wollen mit Dir tanzen.

Anonym hat gesagt…

@Gangandshare

Und Du willst Tango tanzen. Verstehe ich das richtig? Ich denke ich kann sehr gut darauf verzichten mit Dir bei einer Milonga zu sein.

Vermutlich hast Du von den Gedanken hier nichts aber auch gar nichts verstanden.

Viel Spaß beim nackten Tango. (Wieder einmal ein Grund mehr nicht dahin zu gehn.)

Promisc hat gesagt…

Ich war schon sehr lange nicht mehr hier. Aber es gilt ja wohl, etwas richtig zu stellen: Ich habe weder hier noch in den erwähnten Blogs irgendwann einen meiner Kommentare gelöscht. Mir ist ein Rätsel, was da vorgefallen ist.
Und daraus sogar sogleich den Vorwurf von Feigheit und vergleichbares abzuleiten betrachte ich als eine bemitleidenswerte Niveaulosigkeit.

Einen schönen Tag noch...

cassiel hat gesagt…

@promisc

Dein Kommentar ist in meinem RSS-Feed irgendwie hängengeblieben. Eine Antwort bekommst Du deshalb erst jetzt. Ja, es stimmt, Deine Kommentare waren für einige Zeit komplett verschwunden und tauchten dann irgendwann wieder auf. Da es nur Kommentare von Dir waren, dachte ich, Du hättest sie gelöscht. War aber wohl ein Blogger-Problem.

Auch Dir noch einen schönen Tag.

Fuechsin hat gesagt…

Puh,
was dieser Idee der erotischen Milonga, mit M"oglichkeiten zum Ausleben hier und in elbnymphes Blog so alles unterstellt wird, finde ich ja echt krass

Zum einen muss ich sagen, wie Promisc seine Veranstaltungen bewirbt, finde ich geschmacklos und viel zu direkt - das gefaellt mir also auch nicht
Zum anderen:
die Idee einer solchen Milonga hatten auch schon andere Menschen und das BEVOR Promisc seinen 1. "NT" so hoppladiehopp aufzog

Diese Menschen haben sich seit der Geburt ihrer Idee ueber Jahre Gedanken gemacht, wie sie ihre beiden liebsten Hobbys geschmackvoll "unter einen Hut" bringen koennen und dies mit Freunden und Bekannten, die auch sowohl den Tango als auch diverse erotische Spielarten lieben, teilen koennen
Die Idee wurde in einem NachtClub geboren
In einem NachtClub, den ich zu den dort sonst ueblichen Partys kaum besuchen wuerde (die Musik! grausam!)
Den ich allerdings regelmaessig besuchte, nachdem ich herausfand, welche Perlen an TangoTaenzern - welche dazu noch sehr sympathische Menschen sind - sich dort ebenfalls regelmaessig trafen
- Die Sitz- und Liegegelegenheiten dort nutzte ich auch ab und zu
Um einen mir liebgewordenem Tanguero od einer ebensolchen Tanguera den verspannten Ruecken zu massieren, auf das das Tanzen angenhmer wuerde
Um mich bei fortschreitender Muedigkeit etwas hinzulegen und auszuruhen - Ohne Tanzende dabei zu stoeren -
Und auch, weil mich das Tanzen mit dem Einen so sehr aufwuehlte und tief ging, dass ich lieber anderen Koerperkontakt wollte als beim Tanzen ueblich

Diese Idee ward dort geboren und reifte in diesem Club
Wir Besucher wurden regelmaessig befragt, wie Wir uns denn so eine Milonga vorstellen
Koennen wir uns so eine Milonga ueberhaupt vorstellen?
Gaebe es evt auch Interessierte, die sich bisher nicht in einen NachtClub getraut haben?
Wie koennen wir denen entgegenkommen, Aengste nehmen?
Etc., etc. ...

Und diese lieben Menschen haben ihre Idee nach ueber zwei Jahren so liebevoll umgesetzt
Es ging ihnen dabei eben NICHT um SwingerClub Atmo
Sie woll(t)en keine "Nein!"NichtVersteher da haben, die den Frauen ungefragt/ ungewuenscht an die Waesche gehen
Sie haben eine besondere Milonga geschaffen, auf der wundervolle, tanzbare Musik gespielt wird
Auf der sich wundervolle Menschen treffen, die Tango lieben und auch gut tanzen (die wenigen Nicht- od NochnichtTaenzer sind in Begleitung tanzender)
Die vlt etwas exhibitionistisch od voyeristisch veranlagt sind, sich aber zu benehmen wissen
Menschen, die sich von der knisternden Stimmung verleiten lassen, in eines der Separees zu verschwinden - und dabei weiter der Musik lauschen koennen
Es sind viele Menschen aus der BDSM Szene
Und auch wenn jeder seine Abneigungen und Tabus hat, so laesst er doch dem anderen seine Vorlieben und Fetische


Und mir persoenlich ist es lieber, mit Liebe vorbereitet und gestylt auf so eine verlockende Milonga zu gehen, als von einem mir unbekannten Taenzer auf einer "normalen" Milonga ploetzlich einfach an den Arsch gefasst zu werden
... ach ja,
derjenige hatte sich spaeter noch nicht einmal in den NachtClub zum Tango tanzen getraut
(da waere ich dann auch anders mit dem Grapschen umgegengen; denn dort ist es weder unangemessen, noch ueberraschend)

Fuechsin hat gesagt…

oha,
doppelt!
na prima, Dank " ... zu lang"
aha ^^
(aber schoen, dass es doch ging)


Da es bei dem weiter oben angegebenen Blog zur VENUS 2009 nicht geht, werde ich hier etwas dazu schreiben


Ja,
"Perverse" moegen Tango und tanzen ihn sogar - leidenschaftlich
Ja, die Venus Messe zieht nicht nur sympathische udn zivilisierte Menschen an, sondern auch viele Notgeile, die einfach mal 'n paar Fotos fuer daheim machen wollen
Und Ja,
Korsetts sind erotisch
... genau wie Tango tanzen

Und wer denkt,
"na toll, da ist das HureFreierMilieu nun auch beim Tango angekommen", der kennt die Story hinter der Show nicht
Oder entflaeucht euch aehnlicher Gedanke, wenn ihr das Musical "Tanguera" schaut?
(bei dem es explizit um die HurenGeschichte geht)

Die Show sollte, mit fuer diese Messe unueblicher Musik, anwesenden Frauen auf heitere und geschmackvolle Weise Korsetts praesentieren - nicht mehr und nicht weniger
Da die Verkaeuferin der Korsetts selbst Tango mag und in ihrem Bekanntenkreis einige Tango Tanzende vorfand, war die Idee zum "CorsetTango" sehr schnell geboren
Und wir alle, die daran teilnahmen, hatten Spass daran und fuehlten uns in keinster Weise zu irgend etwas gezwungen
... auch wenn mir die Knie schon nach den Proben ganz schoen weh taten, vom ueber den Boden kriechen ;o)
Vielen Dank im Uebrigen fuer das Kompliment - ich bin da eher schuechtern und hatte echt LampenFieber!

Ach ja,
und da auch immer wieder die eine oder andere KorsettLiebhaberin fragt, ob den TangoTanzen im Korsett auch geht:
das haetten wir mit den Shows in diesem und letztem Jahr hinreichend beantwortet 8o)

Promisc hat gesagt…

Nun, Fuechsin, mir ist ein Rätsel, warum Du mich hier so aus dem off anonymerweise attackierst, zudem so lange nach Ende dieser Diskussion hier - aber ich habe dieses Argument des ersten und zweiten schon einmal gehört und denke daher, einschätzen zu können, aus welcher Ecke dieser Frust aufsteigt. Höchstbedauerlich, haben es doch bisher alle anderen Veranstalter vergleichbarer Event zustande gebracht, neidlos miteinander umzugehen, ja sich gegenseitig sogar alles zu gönnen bis zur gegenseitigen Unterstützung. Bis auf - Nun, schade...

Zu der Idee des 1.

Dir ist wohl nie in den Sinn gekommen, dass Deine/Eure Idee nicht dieselbe ist wie es die meine war und ist? Wenn Dir nach Wattebäuschen und dem so tun als ob ist, sei es Dir gegönnt. Aber dann unterscheiden wir beide uns nicht nur in der Be-Werbung - sondern auch grundlegend im Willen, etwas zu TUN. Und nicht nur ideenschmiedend von etwas zu träumen und den Anschein von etwas zu geben was dann eigentlich nicht passiert...

Ich wünschte, Menschen wie Du hätten den Mut, mir mit Namen und festem Blick direkt zu sagen, warum sie über belanglose Banalitäten so angepisst reagieren, dass sie hier öffentlich ihren Frust exhibitionieren müssen. Hat wohl etwas mit Charaktereigenschaften zu tun...

Antwort btw zwecklos, ich bin her wieder weg, auch wenn Di das vielleicht das letzte Wort einräumt - hab mich um weitaus angenehmere Dinge wie zum Beispiel unsere nächste (sinnlich-erotisch-sexuelle) MILONGA im Februar zu kümmern ;-)

cassiel hat gesagt…

Hallo Fuechsin,

ich habe einen von den doppelten Beiträgen gelöscht. Bei Blogger.com gibt es derzeit technische Probleme (Fehlerseite nach dem Absenden eines Kommentars obwohl der Kommentar gespeichert wurde).

Inhaltlich stehe ich zu meiner Kritik am "Nackten Tango". Dieser unsensible Umgang mit dem Rotlichtmilieu regt mich immer noch auf. Erotische Milongas sind nicht mein Ding, aber ich bin tolerant und kann es anderen Menschen einfach lassen.

Bei dem Korsett-Tango ging es mir nicht primär um das Korsett sondern viel mehr um die Rezeption dieser Veranstaltung.

So viel zur Erklärung. Im Moment lege ich keinen gesteigerten Wert darauf, hier noch einmal zu dem Themenfeld etwas zu schreiben. Was zu schreiben war ist geschrieben.

@Promisc

Wie hättest Du reagiert, wenn jemand in Deinem Blog Dich derartig angegangen wäre, wie Du es hier mit Fuechsin veranstaltet hast? Vermutlich hättest Du den Beitrag ohne zu zögern gelöscht. Dein Auftritt war vollkommen überzogen und unangemessen. Ich lasse ihn einfach einmal stehen... als Werbung für Dich und Deine Toleranz...

Anonym hat gesagt…

Hallo,

interessantes Thema. Reduktion der Frau auf Strumpf und nackten Busen? Warum tut Mann das ;-). Unfähig mit dem ganzen Rest, den Frau ausmacht, umzugehen?
Unter Tantra wurde auch so einiges an Übertragungen transportiert, nun scheint der Schuh ausgetreten und unter Tango erwacht es wieder von Neuem. Wie gähnend langweilig.
Beim Veranstalter ist auch nicht alles Gold was glänzt, nehme mich aus Höflichkeit jedoch zurück, jeder aus seine Weise ein kleine Wurst, und eine unter vielen. Warum wird dauernd ein so schönes Leben betont ? Aber stetig kindliche Ausraster im eigenen Blog beschrieben? Eric Berne hat es ganz gut getroffen, und meinem Empfinden nach war dies auch nicht die Intention der Ur-Tänzer. Naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen, und warum Gerd so viele titti-energizer-lollis benötigt, wird er selbst am besten wissen.


Bue

Promisc hat gesagt…

-lautlach-

Köstlich, Danke, anonyme/r 'Bue'! :-)

Anonym hat gesagt…

Nach einem Besuch der homepage des "nackten Tangos" bin ich zur Überzeugung gekommen, es handelt sich hier um eine BDSM-Veranstaltung, also eine Perversion. Dabei ist es ausgesprochen reizvoll, nackt zu tanzen. Schade.

Ich würde es meiner Tanzpartnerin nicht zumuten wollen, mit der Erwartung dieser Veranstaltung beleidigt zu werden.
Weshalb dürfen sich die Herren nicht ausziehen? Im BDSM scheint es wohl so üblich zu sein, aber der Sinnlichkeit dient es nicht.

Die nächste Veranstaltung bietet auch einen Workshop für Fesselspiele. Es entfernt sich also immer mehr vom Tango.

Promisc hat gesagt…

So ein Quatsch...

Weder ist es eine BDSM-Veranstaltung, dies ist sogar ausdrücklich ausgeschlossen auf der HP. Noch ist BDSM eine Perversion per se. Noch ist es niemendem fest vorgeschrieben was er anzuziehen oder auszuziehen hat oder auch nicht. Auch ist besagter WS keine Entfernung vom Tango, sondern das genaue Gegenteil ist der Fall. Und es ist auch keine volkstümliche FKK-Veranstaltung, wie es der Vorschreiber wohl gerne hätte.

Zudem steht es meines Erachtens niemandem zu, zu beurteilen, ob einem dritten aufgrund solchen gehäuften Bullshits etwas 'zuzumuten' ist oder auch nicht.

cassiel hat gesagt…

Hmmm... der Beitrag wird nach über einem Jahr immer noch kommentiert? Das macht mich nachdenklich.

@letzter Anonym
Gegen Nackttanzen ist ja prinzipiell nichts einzuwenden. Wer's mag... Dieser pseudo-intellektuelle Überbau mit der Hure-Freier-Nummer regt mich immer noch auf. Jetzt habe ich mir gerade die HP vom Nackten Tango angesehen und da wird immer noch dieses moderne Märchen verbeitet. Für mich ist das fast unerträglich. Wird doch das Elend und das Leid in dieser Umgebung einfach verschwiegen. Vielleicht sollte ich dazu doch noch etwas schreiben.

Tango und Bondage ist ungefähr so notwendig wie Tango mit dem Goldhamster.

Aber schön! Es gibt offensichtlich einen Markt für solche Veranstaltungen. Also muss das wohl so sein...

Darf ich für Beiträge in diesem Strang um ein wenig sorgfältigere Wortwahl bitten? Damit adressiere ich insbesondere den Veranstalter promisc.

Anonym hat gesagt…

Nur in Kürze aufgrund der Zeit:

Das was aus Armut erwuchs, hat wenig mit der Veranstaltung in Stuttgart gemein. Schon alleine aus dem Respekt vor all den Tänzern und Tänzerinnen die eine lange Schiffsreise überstanden und später versuchten zu überleben. Ich glaube, sie hätten es auch gerne schöner gehabt. Vor allem ist das rosa Märchen schon übel, dass Frauen gerne Hure sind. Egal was im TV gezeigt wird. So ganz stimmt das nicht.
Die Veranstaltung ist eine, bei der es ums Schauen gehen, um Entblößen, um angezogen bleiben, um ganz andere u.a. lüsternen Dinge, ob gut oder nicht gut, sei dahingestellt, ABER es als Hure-Freier Spiel der alten Zeiten anzupreisen sehe ich persönlich schon fast als Frauenfeindlich und Gewaltverherrlichung uns Frauen gegenüber an. (Erlaubt sei hier die Frage: Spaß am Machtausüben, schwingt dies hier mit?--> in Bezug auf die Wahl den historischen Überbau so zu wählen?) Wenn natürlich die Vorstellung für den einen oder anderen prickelnd ist, sich im Anzug angezogen, die aufgereihten Damen zu betrachten, und die Damen dem Reiz von was auch immer folgen, ist es eigentlich unerheblich was dazu gemacht wird, in diesem Fall wird zufällig dabei Tango getanzt, mehr sehe ich dabei nicht.
Die Frage, warum Männer nicht ausgezogen sind, finde ich richtig klasse. Wenn ich mir vorstelle, nur mit nackten Männern zu tanzen, würde ich ziemlich schnell nicht ein Schrittchen mehr richtig setzen können. Gar nichts mehr. Beide Parteien ganz auszuziehen würde dann wohl im vollen Chaos enden, und der Tango Überbau vollends zusammenbrechen. Oder ??
P., warum wehrst Du Dich so gegen den Titel fast-FKK-Veranstaltung? Oder das es mit Tango vielleicht nur sekundär zu tun hat ? Was ist daran für Dich so schwierig ?

anonym0815

Anonym hat gesagt…

Mein nachfolgender Beitrag wurde offline erstellt, daher konnte ich leider nicht auf den vorausgegangenen eingehen und bin unabhängig davon zu ähnlichen Gedanken gelangt. Meine wichtigsten Gedanken sind also schon vorweggenommen.

Wer hat die Hoheit über die Geschichtsinterpretation? Der Tango wurde in Bordellen getanzt, aber nicht nur. Er wurde insbesondere auch in den Straßen und auf Plätzen getanzt.Er wurde von Menschen in bitterer Not und wirtschaftlichem Elend getanzt. Das sagt nichts aus über den Bildungsstand der TänzerInnen. Tango ist zu komplex, als daß er von einfachen Menschen praktiziert werden könnte. Tango ist heute überwiegend ein Tanz der intellektuellen Elite. Auch damals dürfte es sich bei den Tänzern um Menschen gehandelt haben, die sich zu etwas Höherem berufen sahen, sich jedoch als Arbeiter im Hafen verdingen mußten. Menschen in Not neigen oft dazu, sich zu prostituieren. Das ist ohne Berücksichtigung der zugrundeliegenden Notlage, mehr oder weniger freiwillig. Ein Zuhälter sorgt in dieser Situation für Schutz, d.h. er verhindert, daß seiner Prostituierten übermäßig Gewalt angetan wird.

Die Homepage "nackter Tango" stellt die Historie anders dar, und das betrachte ich mit großem Unmut. Workshops mit Fesselspielen gehören eindeutig in die BDSM-Szene. Es wird unterstellt, Tango habe etwas mit Gewalt zu tun. Tatsächlich kann man in unserer heutigen Wohlstandgesellschaft Menschen nur noch mit Gewalt zur Prostitution zwingen. Man darf aber die heutigen Verhältnisse nicht auf die Zeit vor 100 Jahren übertragen. Das wäre eine Geschichtsverfälschung.

BDSM mit seinen Fesselspielen scheint bei manchen Menschen die sexuelle Lust zu steigern. Beim Tango steht aber nicht die Lust im Vordergrund, sondern das sinnliche Erleben. Tango ist, wie auch andere Tänze, eine nonverbale Kommunikation. Mit angelegten Fesseln (und einem Knebel im Mund, einer weitern Spielart des BDSM) kann aber nicht kommuniziert werden.

Mögen sich die Leute fesseln, auspeitschen oder demütigen - von mir aus. Bitte aber nicht unterstellen, dies sei der historische Hintergrund des Tangos.

Nachtrag (ref. vorausgegangener Beitrag):
Weshalb sollten Damen nicht mit völlig nackten Herren tanzen wollen? Ich habe so schon häufiger getanzt, z.T. sogar mit Damen in ganz normaler Bekleidung. Es klappt ganz prima - und hat außerdem den Vorteil, daß man der Dame nicht auf die Füße treten kann.

Promisc hat gesagt…

Anonym I:"P., warum wehrst Du Dich so gegen den Titel fast-FKK-Veranstaltung? Oder das es mit Tango vielleicht nur sekundär zu tun hat ? Was ist daran für Dich so schwierig ?"

Weil ich die Veranstaltung kenne, bereits dreimal mit dabei war mit nun mittlerweile 200 anderen Tangueras und Tangueros zusammen, welche meine Sicht der Dinge teilen. Ich weiss, wovon ich rede. Wir wissen, wovon wir reden. Du nicht. Du spekulierst lediglich auf ganzer Linie, beruhend auf einer Sicht der Dinge, welche einfach nicht mit der Realität korreliert.

Anonym II: "Wer hat die Hoheit über die Geschichtsinterpretation?" Ganz offensichtlich Du. Du bist doch die selbsternannte Elite ;-)

cassiel hat gesagt…

@anonym0815

Vielen Dank für Deinen Beitrag. Die Formulierung Respekt vor all den Tänzern und Tänzerinnen die eine lange Schiffsreise überstanden und später versuchten zu überleben zeigt mir, daß es da wohl erhebliche Lücken in dem Wissen um die tatsächlichen Umstände im damaligen Bzenos Aires herscht. Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, wenn ich das so offen schreibe. Vielleicht schreibe ich doch noch einmal dazu. Es war nämlich eine straff durchorganisierte, äußerst brutale, maffiöse Strukur innerhalb eines Ringes von Menschenhändlern. Da ist jede Romantik fehl am Platz.

Wenn jemand unbedingt nackt tanzen möchte, dann soll er es tun. Die Verwendung des Rotlicht Milieus im Bs As der 20er und 30er Jahre als Kulisse für einen Tango-Event wurzelt für meinen Geschmack entweder in Dummheit oder Zynismus. Leider kann ich es nicht milder formulieren.

cassiel hat gesagt…

@letzter anonym
@Promisc

Ich sehe schon, da helfen nur Fakten. Also schreibe ich einmal zu den tatsächlichen Umständen im damaligen Buenos Aires. Hier deaktiviere ich bis auf weiteres die Kommentarfunktion ich denke eine sachliche Grundlage ermöglichtt eine etwas weniger emotionale Diskussion.. Ich bitte um Verständnis.