[Ich sitze gerade in der Bahn - heute Milonga mit einem DJ-Neuling, den ich die letzten Monate begleiten durfte. Da fahre ich doch gerne einmal hin, um mir das anzuhören.]
Ich möchte, nachdem ich hier bereits an verschiedenen Stellen zum Auflegen in der Milonga geschrieben habe, hier noch einmal ausführlicher dazu schreiben. Anlass ist das (meiner Wahrnehmung nach) beobachtbare desorganisierte Agieren mancher Verantwortlicher DJs und z. T. Veranstaltende und in der Folge das Chaos auf der Tanzfläche. Deswegen schreibe ich hier noch einmal zu dem Thema.
Natürlich habe ich in diesem Blog an verschiedenen Stellen auf Einzelaspekte des Themas hingewiesen. Deshalb muss ich mir den Vorwurf der Wiederholung eventuell gefallen lassen. In dem Bestreben, die Musikfrage in den Milongas besser werden zu lassen (da ist für meine Begriffe noch gewaltig Luft nach oben möglich), schreibe ich halt noch einmal. Und weil ich in den vergangenen Wochen meine Grundsätze so häufig wiederholt habe, schreibe ich sie noch einmal nieder …
Cassiels vollkommen überflüssiges deutschsprachiges Tango-Blog
Donnerstag, 3. April 2025
Also noch einmal zum Auflegen …
Dienstag, 15. Oktober 2024
Also gut! Noch einmal zum Betragen in der Miloga … (hauptsächlich für Männer…)
Eigentlich wollte ich zu den jüngsten Ereignissen um Gustavo Naveira und Giselle Anne nicht schreiben. (Wer es wissen möchte: Am 5. Oktober hat Gustavo Naveira beim Gavito Tango Festival in den USA seine (Tanz-)Partnerin nach einer offensichtlich nicht seinen Vorstellungen entsprechenden Darbietung einfach auf der Tanzfläche stehen gelassen. Ein gnädiges und vollständiges Video von der Piazzolla-Vorführung gibt es hier, das unrühmliche Ende der Vorführung ist in einem Facebook-Video zu bestaunen. Anschließend wurde er vom Festival ausgeschlossen (allein) und er entschuldigte sich ein paar Tage später wortreich bei Facebook).
Dienstag, 22. November 2022
Wie sich mein Tango verändert (hat)
[Ich habe gerade drei Stunden Wartezeit bei der Heimreise von einer Tango-Wochenendveranstaltung zu überbrücken … da könnte ich ja vielleicht auch einen neuen Artikel schreiben…]
Ich kann kaum genau festmachen woran es liegt, aber in der Rückschau bemerke ich, wie sich mein Tango langsam, fast unmerklich ändert bzw. geändert hat. Darüber versuche ich, hier einmal zu schreiben.
Montag, 18. Juli 2022
DJ-ing im Tango – Handwerk oder Kunst?
Es stimmt! Ich schreibe hier sehr wenig und wenn ich aus meinem Rhythmus bin, dann fällt es mir sehr schwer, einen neuen Beitrag zu veröffentlichen. Wächst der Abstand zum eignen Blog, dann drängt sich immer stärker die Frage auf, ist es relevant, was ich schreibe? Und: Gibt es nicht vielleicht begabtere Menschen, die die Fragen, die sich mir stellen, besser formulieren und anschließend veröffentlichen können bzw. sollten? Heute melde ich mich einmal mit einem Thema, das mich schon länger stark beschäftigt. Ich möchte das hier im kleinen Kreis einmal zur Diskussion stellen.
Ich bin vergleichsweise gut durch die Coronazeit gekommen. Ich schaffe es ziemlich regelmäßig, irgendein Tangowochenende zu besuchen (weil es mich selbst interessiert hat, habe ich gerade nachgesehen und festgestellt, dass ich in den vergangenen 12 Monaten 20 Wochenenden mit jeweils vier bis sechs Milongas besuchen konnte). Es gab genau ein Wochenende, an dem alle DJs okay, gut oder sehr gut waren (übrigens, an dem Wochenende haben ausschließlich Frauen aufgelegt). Bei den restlichen Wochenenden gab es mindestens ein Set (häufig auch mehrere), in dem die oder der DJ nach meinen Maßstäben wirklich „schlecht“ aufgelegt hat.
Und damit komme ich dann auch gleich auf das Thema dieses Beitrags: Ich habe sehr stark schwankende DJ-Leistungen erlebt und ich frage mich, ob es am Selbstverständnis der einzelnen DJs liegt, dass die Leistungen so stark variieren.
Ich bin vergleichsweise gut durch die Coronazeit gekommen. Ich schaffe es ziemlich regelmäßig, irgendein Tangowochenende zu besuchen (weil es mich selbst interessiert hat, habe ich gerade nachgesehen und festgestellt, dass ich in den vergangenen 12 Monaten 20 Wochenenden mit jeweils vier bis sechs Milongas besuchen konnte). Es gab genau ein Wochenende, an dem alle DJs okay, gut oder sehr gut waren (übrigens, an dem Wochenende haben ausschließlich Frauen aufgelegt). Bei den restlichen Wochenenden gab es mindestens ein Set (häufig auch mehrere), in dem die oder der DJ nach meinen Maßstäben wirklich „schlecht“ aufgelegt hat.
Und damit komme ich dann auch gleich auf das Thema dieses Beitrags: Ich habe sehr stark schwankende DJ-Leistungen erlebt und ich frage mich, ob es am Selbstverständnis der einzelnen DJs liegt, dass die Leistungen so stark variieren.
Mittwoch, 24. Februar 2021
Der Tango in den Zeiten von Corona
Eigentlich … eigentlich wäre dieser Blogbeitrag schnell fertig. Die kurze Entgegnung auf den Beitragstitel würde lauten: „Gibt es nicht!" Ich denke aber, das ist zu kurz gedacht und deswegen schreibe ich ausnahmsweise einmal über eine ungewisse Zukunft.
Dienstag, 31. Dezember 2019
„Die «alte» Musik ist langweilig“ … wirklich?
Es hätte genügend Möglichkeiten gegeben, über den Jahreswechsel irgendwo eine mehrtägige Tangoveranstaltung zu besuchen. Angebote gibt es beinahe im Überfluss. Wir haben uns aber sehr bewusst entschieden, wieder einmal für ein paar Tage in eine Hütte in den Bergen zu fahren – ohne den Rummel einer größeren Gruppe von Tangueros und Tangueras – nur ganz einfach … zu zweit. Wandern, Lesen, Kochen, Essen, Trinken, Schlafen und natürlich Musikhören.
Im Gepäck waren dieses Mal die Bücher von Michael Lavocah (Tango Masters – in der Reihe sind bis jetzt Bücher zu Aníbal Troilo, Osvaldo Pugliese, Carlos di Sarli und Juan d'Arienzo erschienen). Gestern abend gab es intensives Hören der Werke von Carlos di Sarli.
Im Gepäck waren dieses Mal die Bücher von Michael Lavocah (Tango Masters – in der Reihe sind bis jetzt Bücher zu Aníbal Troilo, Osvaldo Pugliese, Carlos di Sarli und Juan d'Arienzo erschienen). Gestern abend gab es intensives Hören der Werke von Carlos di Sarli.
Sonntag, 21. Juli 2019
Traditioneller Tango … Welche Tradition soll es denn sein?
Ich sitze wieder einmal im Zug. Da kann ich doch wieder einmal einen Blogbeitrag schreiben … :-)
In der Vergangenheit habe ich bereits mehrfach angedeutet, dass ich mit dem Begriff, „traditioneller Tango“ eher unglücklich bin. In jüngster Zeit wächst mein Unbehagen und so habe ich mich entschieden, heute darüber einmal zu schreiben. Ich beschränke mich dabei aber auf meine Sicht der Dinge. Selbstverständlich kann das auch entschieden anders gesehen werden. Deswegen freue ich mich schon jetzt auf begründete andere Ansichten in den Anmerkungen weiter unten.
Der argentinische Tango blickt auf eine Geschichte von mindestens 150 Jahren zurück, vielleicht ist er sogar noch älter. Es erscheint offensichtlich, dass es den „traditionellen Tango“ gar nicht geben kann; zu unterschiedlich sind die Auffassungen von Musik und Tanz im Laufe der geschichtlichen Entwicklung gewesen.
Samstag, 19. Januar 2019
Mein erster Tango-Marathon …
Ich habe lange nicht veröffentlicht – die Gründe sind vielfältig und ich will jetzt darüber nicht weiter schreiben. Gerade sitze ich im ICE nach Frankfurt und melde mich einmal, um von meinem ersten Tango-Marathon letztens zu berichten und meine Eindrücke zu schildern.
Im Netz liest man ja häufiger kritische Meinungen – meist von Nicht-Teilnehmerinnen und Nicht-Teilnehmern – zum Thema geschlossene Wochenendveranstaltungen mit Voranmeldung. Dazu gehören Marathons in der Regel auch. Die Voranmeldung stellt m.M.n. die Geschlechter- bzw. Rollen-Parität sicher und einige Tänzerinnen und Tänzer schätzen das sehr. Die Kritik, die im Netz regelmäßig zu lesen ist, unterstellt diesen Veranstaltungen und den Teilnehmenden einen elitären Charakter. Ich will überhaupt nicht ausschließen, dass vereinzelt dieses Bewusstsein vorhanden sein könnte, der Großteil der Tänzerinnen und Tänzer bei diesen Veranstaltungen teilt diese Einstellung ganz offensichtlich nicht.
Im Netz liest man ja häufiger kritische Meinungen – meist von Nicht-Teilnehmerinnen und Nicht-Teilnehmern – zum Thema geschlossene Wochenendveranstaltungen mit Voranmeldung. Dazu gehören Marathons in der Regel auch. Die Voranmeldung stellt m.M.n. die Geschlechter- bzw. Rollen-Parität sicher und einige Tänzerinnen und Tänzer schätzen das sehr. Die Kritik, die im Netz regelmäßig zu lesen ist, unterstellt diesen Veranstaltungen und den Teilnehmenden einen elitären Charakter. Ich will überhaupt nicht ausschließen, dass vereinzelt dieses Bewusstsein vorhanden sein könnte, der Großteil der Tänzerinnen und Tänzer bei diesen Veranstaltungen teilt diese Einstellung ganz offensichtlich nicht.
Dienstag, 16. Januar 2018
Über Ähnlichkeiten und Unterschiede im Erleben einer gemeinsamen Tanda
Dieses Thema begleitet mich nun schon etwas länger und ich habe immer noch Fragen. Nun ist so ein Blog eine tolle Umgebung um Gedanken einmal zu formulieren und zur Diskussion zu stellen. Zum einen hilft das Verfassen eines Blogbeitrags noch einmal die eigenen Überlegungen zu strukturieren, zum anderen ergeben sich häufig durch manch kluge Kommentare neue interessante Denkansätze.
Es geht um das Erleben einer gemeinsamen Tanda. In diesem Artikel möchte ich meine Überlegungen einmal zur Diskussion stellen. Ist das Erleben einer gemeinsamen Tanda im Tango für beide Tanzpartner eigentlich weitgehend ähnlich oder doch regelmäßig unterschiedlich? Aber vielleicht erzähle ich einfach einmal von verschiedenen Begebenheiten des letzten Jahres.
Es geht um das Erleben einer gemeinsamen Tanda. In diesem Artikel möchte ich meine Überlegungen einmal zur Diskussion stellen. Ist das Erleben einer gemeinsamen Tanda im Tango für beide Tanzpartner eigentlich weitgehend ähnlich oder doch regelmäßig unterschiedlich? Aber vielleicht erzähle ich einfach einmal von verschiedenen Begebenheiten des letzten Jahres.
Sonntag, 17. Dezember 2017
Resonanz und Stabilität – zwei Begriffe aus der Soziologie im Tango
Ja, ich habe eine lange Pause des Schreibens hinter mir. Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der Tangomusik, der Audio-Wiedergabe, dem Tango als Tanz usw. beschäftigt und jeder Versuch, meine Überlegungen in einen Text zu gießen, war in meiner Wahrnehmung unbefriedigend. Also habe ich nicht veröffentlicht. Erschwerend kommt hinzu, dass ich eine Veränderung in der Kommunikation im Internet feststelle. Alles wird gemäß meiner Wahrnehmung hektischer und pointierter. Das ist nun nicht unbedingt die Umgebung, in der ich besonders gut bin … Aber jetzt traue ich mich einmal wieder mit einem Text an die Öffentlichkeit der verbliebenen Restleserschar. Es gibt noch ein paar andere Ideen, die ich habe. So habe ich beispielsweise vor Monaten ein zweistündiges Gespräch mit Murat Erdemsel – unter anderem über Tango-DJs – geführt. Die Audio-Daten warten ebenfalls noch auf einen Übertragung in Schriftform … wer weiß, eventuell finde ich über die Weihnachtstage Zeit …
Vielleicht erzähle ich an dieser Stelle einmal eine Geschichte aus dem Alltag. Wenn ich beruflich mit dem Auto unterwegs bin, dann höre ich auf längeren Fahrten neben Tangomusik häufig gerne Podcasts. Der ganz überwiegende Teil der ausgestrahlten Radioprogramme nervt mich inzwischen höllisch und so bin ich dazu übergegangen, digital aufgezeichnete Sprachprogramme via Smartphone im Auto zu hören.
Ein Format, das ich sehr gerne höre, ist der Podcast Hörsaal des Deutschlandfunks. In diesem Podcast werden einstündige Vorträge von verschiedenen Wissenschaftlern zu den unterschiedlichsten Themen ausgestrahlt. Da geht es beispielsweise um Astrophysik, Genetik, Europapolitik oder Rundfunkstaatsverträge und die allermeisten Themen interessieren mich. Natürlich gibt es auch für mich weniger spannenende Episoden, so referierte neulich eine Kulturwirtin zur „schwarzen Lederjacke“. Auch den Vortrag habe ich mir schlussendlich komplett angehört. Der Hörsaal-Podcast ist nämlich ein Baustein meiner Strategie gegen die m.E. gefährliche persönliche Bubble (die Filterblase, in die man u.U. sehr leicht hineingeraten kann).
Vor zwei Wochen wurde mir im Rahmen der zufälligen Auswahl der Vorträge eine Folge aus dem Juli angeboten. In dem Vortrag „Eine Soziologie des guten Lebens“ führte der Referent, Hartmut Rosa, Professor am Institut für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, den Begriff der Resonanz ein. Ich habe mir zunächst aufmerksam diesen Vortrag angehört und einige Tage später kam mir der Gedanke, dass diese Ideen sich hervorragend in das Soziotop Tango Argentino übertragen lassen. Für den äusserst hörenswerten Vortrag im Original verweise ich auf die Seiten des Deutschlandfunks. Hier werde ich meine Ideen zu den vorgestellten Thesen im Bezug auf den Tango entwickeln.
Vielleicht erzähle ich an dieser Stelle einmal eine Geschichte aus dem Alltag. Wenn ich beruflich mit dem Auto unterwegs bin, dann höre ich auf längeren Fahrten neben Tangomusik häufig gerne Podcasts. Der ganz überwiegende Teil der ausgestrahlten Radioprogramme nervt mich inzwischen höllisch und so bin ich dazu übergegangen, digital aufgezeichnete Sprachprogramme via Smartphone im Auto zu hören.
Ein Format, das ich sehr gerne höre, ist der Podcast Hörsaal des Deutschlandfunks. In diesem Podcast werden einstündige Vorträge von verschiedenen Wissenschaftlern zu den unterschiedlichsten Themen ausgestrahlt. Da geht es beispielsweise um Astrophysik, Genetik, Europapolitik oder Rundfunkstaatsverträge und die allermeisten Themen interessieren mich. Natürlich gibt es auch für mich weniger spannenende Episoden, so referierte neulich eine Kulturwirtin zur „schwarzen Lederjacke“. Auch den Vortrag habe ich mir schlussendlich komplett angehört. Der Hörsaal-Podcast ist nämlich ein Baustein meiner Strategie gegen die m.E. gefährliche persönliche Bubble (die Filterblase, in die man u.U. sehr leicht hineingeraten kann).
Vor zwei Wochen wurde mir im Rahmen der zufälligen Auswahl der Vorträge eine Folge aus dem Juli angeboten. In dem Vortrag „Eine Soziologie des guten Lebens“ führte der Referent, Hartmut Rosa, Professor am Institut für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, den Begriff der Resonanz ein. Ich habe mir zunächst aufmerksam diesen Vortrag angehört und einige Tage später kam mir der Gedanke, dass diese Ideen sich hervorragend in das Soziotop Tango Argentino übertragen lassen. Für den äusserst hörenswerten Vortrag im Original verweise ich auf die Seiten des Deutschlandfunks. Hier werde ich meine Ideen zu den vorgestellten Thesen im Bezug auf den Tango entwickeln.
Dienstag, 24. Januar 2017
Die Aufnahmen von Rodolfo Biagi mit seinem Orchester 1938 – 1943 in der GoldenEar Edition bei TangoTunes.com
Eigentlich … Eigentlich wäre es ja mein Vorsatz gewesen, das Wort Eigentlich nicht mehr so häufig zu verwenden. Aber es ist nun doch anders gekommen. Eigentlich hätte dieser Artikel viel früher (vor Weihnachten) erscheinen sollen. Aber ich bin langsamer geworden (es ist letztlich egal, ob man langsamer nun durch ineffektiver oder zögerlicher ersetzen möchte). Es war einfach zu viel los. Viel Arbeit, viele private Termine, eine ernsthafte Erkrankung in der unmittelbaren Umgebung … so blieb dieser Artikel liegen und die Ideen tummelten sich weiter in meinem Kopf. Aber nun möchte ich doch einmal meine Eindrücke hier in dem vergleichsweise kleinen Kreis der Leserinnen und Leser dieses Blogs vorstellen und erläutern …
Es war irgendwann im Winter des Jahres 1938. Bei einem Live-Auftritt des Orchesters von Juan d'Arienzo passierte das, was Juan d'Arienzo wohl am meisten fürchtete, sein Pianist Rodolfo Biagi bekam derartig viel Applaus für sein brillantes Spiel des Valses Lágrimas y sonrisas, dass das Publikum anschließend beim Applaudieren erst Ruhe gab, als Biagi sich kurz erhob und verbeugte. Das war zu viel. Biagi wurde von d'Arienzo augenblicklich gefeuert. (Nachzulesen bei Michael Lavocah).
Wie prominent Rodolfo Biagi inzwischen war, lässt sich nur indirekt am Datum seiner ersten Aufnahme mit neuem Orchester ablesen. Keine zwei Monate nach seiner letzten Aufnahme mit dem Orchesta típica Juan d'Arienzo (Pensalo bien mit dem Sänger Alberto Echagüe; aufgenommen am 22. Juni 1938) stand Rodolfo Biagi am 15. August 1938 mit eigenen Orchester und dem damals berühmten Sänger Teófilo Ibáñez im Studio der Konkurrenz Odeón (d'Arienzo war bei RCA Victor unter Vertrag) und spielte seinen ersten Tango, Gólgota ein.
Es war irgendwann im Winter des Jahres 1938. Bei einem Live-Auftritt des Orchesters von Juan d'Arienzo passierte das, was Juan d'Arienzo wohl am meisten fürchtete, sein Pianist Rodolfo Biagi bekam derartig viel Applaus für sein brillantes Spiel des Valses Lágrimas y sonrisas, dass das Publikum anschließend beim Applaudieren erst Ruhe gab, als Biagi sich kurz erhob und verbeugte. Das war zu viel. Biagi wurde von d'Arienzo augenblicklich gefeuert. (Nachzulesen bei Michael Lavocah).
Wie prominent Rodolfo Biagi inzwischen war, lässt sich nur indirekt am Datum seiner ersten Aufnahme mit neuem Orchester ablesen. Keine zwei Monate nach seiner letzten Aufnahme mit dem Orchesta típica Juan d'Arienzo (Pensalo bien mit dem Sänger Alberto Echagüe; aufgenommen am 22. Juni 1938) stand Rodolfo Biagi am 15. August 1938 mit eigenen Orchester und dem damals berühmten Sänger Teófilo Ibáñez im Studio der Konkurrenz Odeón (d'Arienzo war bei RCA Victor unter Vertrag) und spielte seinen ersten Tango, Gólgota ein.
Samstag, 10. Dezember 2016
Ist Tango eigentlich Freundschaft?
So … die Pause war hoffentlich lang genug. Ich brauchte einmal Urlaub vom Blog (und das Blog brauchte mindestens ebenso dringend Urlaub von mir). Jetzt aber soll es weitergehen … vorerst … ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das Internet noch so passend für mich ist, wie es vor rund sieben Jahren war (als ich anfing, meine Gedanken im Blog zu fixieren) und deshalb weiß ich auch noch nicht, ob ich weiterhin im Internet veröffentlichen will. Aber ich möchte in meinem ersten Beitrag nach der Pause nicht zu meinem Unbehagen im Internet des Jahres 2016 schreiben, dieses Thema muss noch ein wenig warten. Ich (be-)schreibe eine Begebenheit, die ich vor ein paar Wochen erlebt habe und die mich einigermaßen ratlos zurückgelassen hat. Es geht um die Freundschaft im Tango…
Mittwoch, 8. Juni 2016
Das aktuelle TangoTunes Paket Miguel Caló 1941 bis 43 – Protokoll einer Kaufentscheidung
In diesem Beitrag möchte ich einmal meine Überlegungen vor dem Kauf und das Einpflegen der Daten nach dem Kauf schriftlich niederlegen. Im Optimalfall kann dieser Artikel dann eine Entscheidungshilfe für Unschlüssige sein. Dieser Text ist bewusst etwas ausführlicher gehalten. Mir wäre es wichtig, den Prozess der Entscheidungsfindung transparent zu machen.
Am Montag letzter Woche veröffentlichte TangoTunes ein weiteres Paket mit 44 Audio-Tracks (Das Orchester von Miguel Caló – Aufnahmen von 1941 - 1943) in der Reihe „GoldenEars“. Die Ausgangslage bei diesem Orchester sollte allgemein bekannt sein. Es gibt bislang eine relativ ordentliche Sammlung der Titel dieses Orchesters auf CD in der Reliquias-Serie (herausgegeben von EMI, der Rechtsnachfolgerin des damaligen Labels Odeon, bei dem Miguel Caló unter Vertrag war).
Am Montag letzter Woche veröffentlichte TangoTunes ein weiteres Paket mit 44 Audio-Tracks (Das Orchester von Miguel Caló – Aufnahmen von 1941 - 1943) in der Reihe „GoldenEars“. Die Ausgangslage bei diesem Orchester sollte allgemein bekannt sein. Es gibt bislang eine relativ ordentliche Sammlung der Titel dieses Orchesters auf CD in der Reliquias-Serie (herausgegeben von EMI, der Rechtsnachfolgerin des damaligen Labels Odeon, bei dem Miguel Caló unter Vertrag war).
Dienstag, 24. Mai 2016
Zurück aus dem Tango-Wochenende
Ich war über das vorletzte Wochenende bei einem kleinen unaufgeregten Encuentro (gute 100 Teilnehmer, 5 Milongas, kein Facebook-Hype, kein offizieller Fotograf; einfach Tango).
Inzwischen schätze ich diese kleineren Veranstaltungen (so um die 100 Teilnehmer) sehr. Wenn dann alle noch alle Teilnehmenden eine Unterkunft am Veranstaltungsort oder in der Nähe finden, dann ist es perfekt. Die Gruppe ist vielleicht dehalb genau von der richtigen Größe, weil man an einem Wochenende die Möglichkeit hat, mit allen anwesenden potentiellen Tanzpartnerinnen (bzw. Tanzpartnern) zu einer Tanda kommen zu können.
Inzwischen schätze ich diese kleineren Veranstaltungen (so um die 100 Teilnehmer) sehr. Wenn dann alle noch alle Teilnehmenden eine Unterkunft am Veranstaltungsort oder in der Nähe finden, dann ist es perfekt. Die Gruppe ist vielleicht dehalb genau von der richtigen Größe, weil man an einem Wochenende die Möglichkeit hat, mit allen anwesenden potentiellen Tanzpartnerinnen (bzw. Tanzpartnern) zu einer Tanda kommen zu können.
Donnerstag, 5. Mai 2016
Sollte man vielleicht einmal über „Qualität“ im Tango nachdenken?
Da ich kein Vater bin, fiel der Vatertag für mich heute aus. Stattdessen habe ich einen Gedanken, der mich schon geraume Zeit beschäftigt, in Blogform formuliert.
Auch wenn ich immer zurückhaltender werde, Gedanken in Form von Artikeln hier zur Diskussion zu stellen, so reizt es mich doch seit einiger Zeit, die in der Überschrift formulierte Frage öffentlich zu erörtern.
Auch wenn ich immer zurückhaltender werde, Gedanken in Form von Artikeln hier zur Diskussion zu stellen, so reizt es mich doch seit einiger Zeit, die in der Überschrift formulierte Frage öffentlich zu erörtern.
Donnerstag, 7. April 2016
„Belastete“ Musik - Der Tango Plegaria komponiert von Eduardo Bianco
Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem sehr sperrigen und unbequemen Thema und ich gestehe, ich habe große Schwierigkeiten, mir da eine abschließend festgelegte Meinung zu bilden. Trotzdem möchte ich dieses Thema einmal im Blog aufgreifen und zur Diskussion stellen. Es geht um „belastete“ Musikstücke oder „missbrauchte“ Musik.
Montag, 21. März 2016
Gelesen: Caminar Abrazados – Das Tango-Buch von Melina Sedó und Detlef Engel
Gleich nach Erscheinen habe ich mir das neue englischsprachige Buch: „Caminar Abrazados - Tango is walking in an embrace“ von Melina Sedó und Detlef Engel gekauft, es mehrmals gelesen und die beigelegte DVD wiederholt geschaut. In diesem Artikel möchte ich es etwas detaillierter vorstellen, besprechen und schließlich zur Lektüre empfehlen.
Donnerstag, 4. Februar 2016
Ney Melo: „Lehne ohne Angst ab – akzeptiere, ohne zu bereuen“
Bei dem amerikanischen Tanguero und Blogger Ney Melo fand ich in den letzten Tagen einen Text, den ich im Zusammenhang mit Diskussionen zu den Codigos und zu der Frage, wie Männer auf Aufforderungen seitens der Damenwelt regieren, sehr interessant fand. Daher habe ich Ney Melo schriftlich um die Genehmigung zur Übersetzung und anschließender Veröffentlichung gebeten (das halte ich bei Vollzitaten für eine Selbstverständlichkeit). Heute kam seine Genehmigung per eMail und so übersetze ich den Text, der im englischen Original hier zu finden ist:
Ich brauche überhaupt nicht meine Kristallkugel zu entmotten. Ich ahne schon jetzt, es wird wieder einen Aufschrei der „üblichen Verdächtigen“ geben. Ohne in Wahrsagerei zu verfallen, wage ich bereits jetzt zu prognostizieren, dass eine mögliche altbekannte Argumentationslinie darauf abzielen wird: Wir brauchen keine Vereinbarungen oder Regeln im Tango – schließlich ist es ja ein Freizeitvergnügen (das gilt in der Hauptsache und zu allererst natürlich für die Wortführer dieses Gedankens). Eine zweite „Frontlinie“ wird parallel über den Vorwurf der „Arroganz“ eröffnet. Das ist höchst bequem und äußerst wirkungsvoll. Selbstverständlich möchte niemand arrogant wirken und deswegen werden die skizzierten Zeitgenossen weiterhin ihr Unwesen treiben können. Bequem ist es natürlich auch: Man setzt nur einen frechen Vorwurf in die Welt und … schwups … hat man wieder einmal elegant für die nächsten Jahre Ruhe und muss weiterhin keinen Unterricht nehmen. Klasse!
Ich finde die Gedanken von Ney Melo sehr treffend (etwas ähnliches hatte ich übrigens damals beim Formulieren meines Tango-Knigges vermutet, als ich die verbale Aufforderung als eine minderschwere Form der kalkulierten „Nötigung“ bezeichnet habe).
Es ist ja mittlerweile gesellschaftsfähig geworden, nicht auf Sachargumente zu reagieren, sondern bei bestimmten Schlüsselreizen einfach loszupoltern, insofern habe ich nur wenig Hoffnung, dass die oben zitierten Gedanken etwas bewegen werden, aber man soll ja bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben. :-)
Ney Melo: Lehne ohne Angst ab – akzeptiere, ohne zu bereuen
Ich denke ernsthaft, wenn Frauen beginnen, ihre Macht, Tänze abzulehnen und [unmissverständliche] Botschaften zu senden, dann [erst] werden Führende anfangen, ihren Tanz zu verbessern. Es sollte [doch eigentlich] eine Art Gewaltenteilung sein. Wenn wir es zulassen, dass mittelmäßige Führende mit den besten Folgenden tanzen – und umgekehrt – warum sollten diese sich dann verbessern wollen? Ich erinnere mich an eine Diskussion zwischen einer Freundin und mir vor langer Zeit. Sie war außer sich, weil ein schrecklicher Führender sie eine ganze Tanda lang grob behandelt hat und sie schlecht aussehen und sich schlecht fühlen ließ. Ich war Zeuge dieser Szene und ich mochte nicht, was der Führende anstellte, aber ich mochte ebenso wenig, dass meine Bekannte zu freundlich war, um dem Drama ein vorzeitiges Ende zu setzen!
Meine Damen, bitte benutzt Eure Macht, um „Nein“ zu schlechten Tänzen zu sagen. Es ist besser, ein ganzen Abend zu sitzen, die Musik zu genießen und gute Gespräche zu führen, als über den Boden der Milonga geschleift zu werden, wie Hector von Achilles, nachdem er von ihm in dem Film "Troja" getötet wurde. Auch ich wurde in meiner Tangojugend etliche Male von guten Folgenden abgelehnt. Ich nahm es nie persönlich. Es diente nur dazu, mich besser werden zu lassen. Ich sage nicht: Tanzt nie mit Anfängern. Jeder sollte in der Milonga ein oder zwei Tänze mit Anfängern absolvieren, es als „Dienst an der Gemeinschaft“ betrachten und ihnen das Gefühl geben, willkommen zu sein. Aber es gibt einen Unterschied zwischen einem Anfänger, und einem schlechten Tänzer, der es einfach nie kapiert. Es gibt eine Reihe von Typen in jeder Milonga, die seit langer Zeit tanzen, die Damen quälen und keinerlei Anreiz haben, besser zu werden, weil sie die Tänze bekommen, die sie wollen.
Andererseits sollte die Dame, wenn sie akzeptiert, nicht nur die Einladung annehmen, sie sollte den Mann als Person akzeptieren. Er hat durch die Aufforderung gezeigt, dass er die Dame akzeptiert, nun sollte die Dame ihm zeigen, dass sie ihn akzeptiert. Zum Tango braucht man Zwei.
[Ich habe versucht, den Text dem Sinne nach zu übersetzen. Ich habe einige ergänzende Worte in eckige Klammern gesetzt um den Sinn zu verdeutlichen. Wenn jemand für einzelne Stellen bessere Vorschläge hat, dann klebe ich selbstverständlich nicht an meiner Übersetzung.]
Ich brauche überhaupt nicht meine Kristallkugel zu entmotten. Ich ahne schon jetzt, es wird wieder einen Aufschrei der „üblichen Verdächtigen“ geben. Ohne in Wahrsagerei zu verfallen, wage ich bereits jetzt zu prognostizieren, dass eine mögliche altbekannte Argumentationslinie darauf abzielen wird: Wir brauchen keine Vereinbarungen oder Regeln im Tango – schließlich ist es ja ein Freizeitvergnügen (das gilt in der Hauptsache und zu allererst natürlich für die Wortführer dieses Gedankens). Eine zweite „Frontlinie“ wird parallel über den Vorwurf der „Arroganz“ eröffnet. Das ist höchst bequem und äußerst wirkungsvoll. Selbstverständlich möchte niemand arrogant wirken und deswegen werden die skizzierten Zeitgenossen weiterhin ihr Unwesen treiben können. Bequem ist es natürlich auch: Man setzt nur einen frechen Vorwurf in die Welt und … schwups … hat man wieder einmal elegant für die nächsten Jahre Ruhe und muss weiterhin keinen Unterricht nehmen. Klasse!
Ich finde die Gedanken von Ney Melo sehr treffend (etwas ähnliches hatte ich übrigens damals beim Formulieren meines Tango-Knigges vermutet, als ich die verbale Aufforderung als eine minderschwere Form der kalkulierten „Nötigung“ bezeichnet habe).
Es ist ja mittlerweile gesellschaftsfähig geworden, nicht auf Sachargumente zu reagieren, sondern bei bestimmten Schlüsselreizen einfach loszupoltern, insofern habe ich nur wenig Hoffnung, dass die oben zitierten Gedanken etwas bewegen werden, aber man soll ja bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben. :-)
Montag, 30. November 2015
Über das „Sprechen“ und „Zuhören“ im Dialog Tango Argentino
In diesem Beitrag versuche ich mich einem Thema zu nähern, das mich in den letzten Monaten stark beschäftigt hat. Wenn wir den Tango als gemeinsamen Dialog im Paar zu Musik auffassen, dann ergeben sich m. E. aus dieser Sicht einige Folgerungen für das Verhalten in diesem Dialog bzw. Gespräch zur Musik. Nach meinem Verständnis gehört es zu den Grundfertigkeiten der Gesprächsführung, auch zuhören zu können. Deshalb soll es in diesem Artikel um genau dieses Zuhören gehen. Dabei meine ich primär nicht das Zuhören der Folgenden, sondern ich denke eher an die m. E. notwendige Fähigkeit der Führenden ebenfalls zuhören zu können. Folgende sind beim Zuhören sicherlich trainierter.
Dienstag, 24. November 2015
Zu den Ausführungen von Gerhard R. zur. sog. „Impressumspflicht bei privaten Webseiten“
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben,
wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
Friedrich Schiller (1759 - 1805)
wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
Friedrich Schiller (1759 - 1805)
Gestern, am späten Nachmittag, unmittelbar nach der Rückkehr von einem wunderschönen Tangowochenende, erreichte mich eine private Nachricht auf Facebook. Ein Tanguero bot mir großzügig seine Adresse für den Fall an, dass mir Ärger wg. des fehlenden Impressums entstehen sollte. Das hat mich berührt und so bedanke ich mich auch gerne hier ein zweites Mal öffentlich für das großherzige Angebot.
Ich muss gestehen, ich war im ersten Moment verwirrt, da ich nicht sofort nachvollziehen konnte, wie das Angebot entstanden war. Eine kurze Nachfrage brachte Licht ins Dunkel. Der Pensoinist, Tangobuch-Autor und Blogbefüller, Gerhard R. aus der oberbayerischen Provinz sucht einmal mehr die Konfrontation und belehrte mich mit seinem juristischen Halbwissen in einem Blogpost. Das ist ja nun nicht neu … nur leider wird die Tonlage wieder einmal eine Stufe schriller. Eine Kostprobe gefällig? Hier findet man seine pseudo-juristischen Ausführungen. Und weil ich doch eigentlich ganz gut per eMail erreichbar bin, haben mir einige Menschen deswegen geschrieben und mir ihre Unterstützung angeboten. Um es abzukürzen, antworte ich hier öffentlich in meinem Blog; das vereinfacht und verkürzt die lästige Angelegenheit erheblich.
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