Donnerstag, 6. August 2009

Aus gegebenem Anlass...

... und ich schreibe gleich am Anfang, daß dies meine höchst subjektive Meinung ist. Verehrte Tangueros:

Kein Unterricht auf Milongas PUNKT

Diese elementare Grundregel wird leider viel zu häufig verletzt. Vielleicht bin ich ja super-altmodisch, aber ich denke, es ist u.a. eine der vornehmsten Pflichten des Tangueros, seine aktuelle Tanzpartnerin gut und elegant aussehen zu lassen. Wenn dann ein Tanguero versucht, beispielsweise eine wilde Gancho-Kombination zu unterrichten, dann artet das sehr leicht in Figurenturnen aus. Die Musik, der Rhythmus und die Grundstimmung bleiben auf der Strecke und die verbalen Instruktionen des Hilfslehrers sowie die raumgreifende Art des "Unterrichts" stören die gesamte tanzende Umgebung.

Was geht eigentlich in den Köpfen dieser Hilfslehrer vor? Sind sie der Meinung, daß sie besonders berufen sind, Tangueras mit neuen komplizierten Figuren zu beglücken? Ist diesen Menschen noch nie in den Sinn gekommen, daß es vielleicht ein wenig demütigend für die betroffenen Tangueras ist? Ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, daß dieser Privatunterricht seine Wurzeln in der Liebe zum Tango hat. Möglicherweise ist es ja nur eine Form der Selbstdarstellung.

Ich werde noch einmal darüber nachdenken müssen, warum mich solche Zeitgenossen darartig aus meiner fast buddhistischen Tangoruhe bringen. Das sagt vielleicht ja auch etwas über mich.

So, das war nur meine ganz persönliche Meinung (Na ja, ganz so einsam bin ich mit diesem Standpunkt auch nicht. Mehr dazu hier.)

70 Anmerkung(en):

Anonym hat gesagt…

How can I put this? – DANKE!!!

Anonym hat gesagt…

Was ist denn konkret passiert?
Schreibst Du darüber noch?

cassiel hat gesagt…

Eigentlich finde ich meine Ausführungen konkret genug. Ich möchte nicht deutlicher werden. Das verbietet die Höflichkeit.

affig hat gesagt…

Und was machst Du mit einer Frau, die nicht tanzen kann?

tango1001 hat gesagt…

100% deiner Meinung. Und ich lasse jeden, der das nur ansatzweise versucht, sofort stehen.

@affig

Kannst du's denn?

Raxie hat gesagt…

Eingeschränktes Veto.

Grundsätzlich gebe ich Dir natürlich Recht - sprich: Alles, was den Rest der Anwesenden bei einer Milonga stören könnte, sollte sich ein einzelnes tanzendes Paar bitte sparen. Dabei ist es egal, ob es sich um Übungszwecke oder gemeinsames "normales" Tanzen handelt. Der Störfaktor beider Formen bleibt sich gleich, wie ich meine.

Aber: Üben ist dennoch ok, bzw "Nachhilfe", wie Du es wohl benennen würdest, wenn zwei Voraussetzunge erfüllt sind:

1. Es wird niemand auf der Milonga gestört
2. BEIDE Tanzenden wollen das

Wenn das beides zutrifft - warum nicht? Auch ich kann natürlich nur subjektiv benennen, was ich persönlich empfinde und erfahren habe. Und da kann ich nur dankbar sein für die vielen vielen Hilfestellungen, die mir einzelne Herren während einer Milonga schon haben zukommen lassen. Wenn Frau etwas nicht kennt, dann kann es durchaus sein, dass auch die beste Führung des Mannes nicht ausreichend ist, um der Dame zu vermitteln, was genau sie jetzt tun könnte. Da braucht es mitunter eine kurze Anleitung oder Erklärung oder auch Vorführung.

In meinem Umfeld gibt es einige Herren, die genau wissen, dass ich für diese Hilfestellungen sehr dankbar bin. Und sie haben selbst schon vielfach erlebt, dass es sich "lohnt", diese Hilfestellung zu geben. Weil das gemeinsame Tanzen dadurch runder wird. Und vielfältiger. Und harmonischer. Weil sie wissen/erfahren haben, dass ich mir die Dinge, die sie mir zeigen und sagen, tatsächlich merke und beim nächsten gemeinsamen Tanz beherzige bzw. den neuen Schritt/Kombination tatsächlich noch kenne.

Ich lerne auf die Art und Weise das Tangotanzen. Natürlich nicht nur - aber die Erfahrungen, die ich während der Milongas sammle sind für mich unendlich wertvoll.

Wie gesagt: Ein großes Dankeschön an alle Herren, die in sensibler Form vorfühlen, ob Hilfestellungen erwünscht sind und wenn ja, diese auch gerne geben! DANKE!

cassiel hat gesagt…

Nur ganz kurz: Danke für die Anmerkungen! Ich antworte später ausführlicher. Versprochen.

@Raxie
Dein fundiertes eingeschränktes Veto reizt zu einer kleinen Frage: "Und wofür gibt es bitte Prácticas? Auch Dich muß ich für ausführliches Statement leider auf später vertrösten...

Bis dann...

tango1001 hat gesagt…

@raxie

so wie du es schilderst, ist das kein Problem. Ein halbwegs erfahrener und einfühlsamer Tanguero kann das bestimmt auch mehr oder weniger nonverbal machen. Aber es ist sehr ärgerlich, wenn durch "Lehrstunden" der Tanzfluß gestört wird, und wenn ein "selbsternannter Tangolehrer" ungefragt dozieren will.

Aurora hat gesagt…

Hallo cassiel,
Alleine bist du mit deiner subjektiven Meinung sicher nicht! Und altmodisch ganz und gar nicht. Vielmehr scheint es mir, dass du die elementaren Regeln des argentinischen Tangos verstanden hast, im Gegensatz zu diesem Edgar (=Tangohilfslehrer).

Eine Unterrichtseinheit von einen selbsternannten, vermeintlichen Tango-Guru auf einer Milonga geht gar nicht, da sie schon dem Charakter einer Milonga widerspricht. Eine Milonga ist ein Forum zum Tanzen. Die Practica ein Forum zum Üben. Der Tangounterricht/-workshop ein Forum zum Lernen. Zum arg. Tango gehört die entsprechende Etiquette, welche du schon in mehreren Beiträgen angesprochen hast. Sicher, wir sind hier nicht in Argentininen, aber wenn ich schon argentinischen Tango (im Gegensatz zum Standarttango) tanze, dann doch nicht nur mit den wildersten Schrittkombinationen (by the way: rund 50 % der in Europa rauf und runter gespulten Figuren dürften einem argentinischen Tanguero völlig unbekannt sein)sondern zu allererst mit den entsprechenden Grundregeln. Dazu gehören für mich die o.g. Unterscheidung zwischen Milonga, Practica und Unterricht; die freie Musikinterpretation; freie Schrittfolge, daran schließt sich selbst verständlich das Führen und Folgen an; und wenn ich schon als emanzipierte, beruflich erfolgreiche, mit einer gehörigen Portion an Durchsetzungsfähigkeit ausgstatte, eigenwillige Frau mich für ein paar Minuten willenlos der Führung eines Mannes hingebe, erwarte ich das dieser wenigstens alles dran setzt mich in der Öffentlichkeit einer Milonga gut aussehen zu lassen. Das sehe ich keinen falls als altmodisch an. Im Gegenteil!
Da ich diesen Anspruch an einen Führenden habe, ist ich mir auch die Unterscheidung zwischen Milonga, Practica und Unterricht wichtig. Kritik am Tanzpartner gehört in Practicas und den Unterricht.
Zu den Grundregeln gehört auch der Cabeceo, denn wenn ich einem Führenden nicht mal eines Blickes würide habe ich selbstverständlich auch kein Interesse ihm meine volle Aufmerksamkeit während der nächsten Tangos zu kommen zu lassen.

Sicher, unter Freunden, in einer lockereren Atmosphäre muss man nicht´s so eng sehen...auch nicht auf der tradtionellsten Milonga in Buenos Aires!

@affig und alle Figurenturner

Frauen die nicht Tanzen können gibt es per se nicht. Ich als Tanguera kann vorwärts, rückwärts und seitwärts gehen und meine Richtung durch eine Drehung der Hüften ändern. Lass mich mal überlegen, gehen kann ich seit ich mein erstes Lebensjahr vollendet habe, Gewichtswechsel von einem Fuss auf den anderen dürfte ich gleichzeitig mit dem Gehen gelernt haben, Richtungswechslung durch Hüftdrehung könnte etwas später dazu gekommen sein. Ok mit Eins hatte ich vermutlich nicht mein Gewicht über den Fussballen und in meinem Kopf hatte ich sicher noch keine Vorstellung von einer Achse .... ok meine Erinnerungsvermögen mag mich trüben, aber ist auch schon etwas länger her.
Was ich damit sagen will: Es gibt nichts was ein Figuerenturner einer Tanguera lehren kann! Tanzt eine Tanguera nicht so wie der Tanguero meint zu führen, sollte er an seiner Führung arbeiten, spätestens dann, wenn verschiedene fremde Tangueras ihm nicht folgen können.
Missachtet eine Tanguera permanent einen geführten Gancho, sind wahrscheinlich Knie-Probleme oder eine volle Tanzfläche die Ursache.
An alle nicht Figurenturner: Wenn eine Frau keine Ochos tanzen kann, einfach nicht ins Cruzado geht, versucht es nicht immerwieder mit der gleich ausgeführten Führung, sondern verdeutlicht eure Führung oder lasst den entsprechenden Schritt. So einfach!

@cassiel
Und du lieber cassiel, zuerbrich dir nicht den Kopf darüber, warum dir solche Zeitgnossen so aufstossen. Schreib darüber! Jede Tangosenze braucht so gute Beobachter wie dich und ein Forum wie dieses!
Die Szene eines selbsternannten Tangolehrers, die ich zu letzt mit erleben musste, hat mich dazu bewogen endlich mein virtuelles Schweigen zu brechen!

In diesem Sinne,
viva el tango argentino!

Aurora

Yvonne hat gesagt…

"Vielleicht bin ich ja super-altmodisch, aber ich denke, es ist u.a. eine der vornehmsten Pflichten des Tangueros, seine aktuelle Tanzpartnerin gut und elegant aussehen zu lassen."

Lieber Cassiel, Du sprichst mir aus der Seele, das sind genau meine Worte! Endlich mal ein Mann, der das auch so sieht!

Grüessli
Yvonne

Anonym hat gesagt…

Rein aus Neugier: War es Edgar oder bekommen wir bald ein neues Psychogramm zu lesen?

cassiel hat gesagt…

@Anonym

Ich möchte diese Frage nicht (direkt) beantworten. Es spielt keine Rolle. Und ich möchte hier auch nicht grundlos pöbeln. Ich bin sehr froh um die anonyme (bzw. Pseudonyme verwendende) Art des Blogs.

Aber es ist kein neuer Beitrag der Serie "Tangueros zum Abgewöhnen" geplant.

;-)

Ausführliches später...

Anonym hat gesagt…

Du tanzt wohl nur den öden und langweiligen Grundschritt. Stimmts?

cassiel hat gesagt…

@Anonym[2]

Stimmt!

Na ja, mit der Einschränkung, daß es den Grundschritt für mich nicht gibt.

Aber ich kann im Rahmen der Kommunikation mit einer Frau (nichts anderes ist Tango für mich) auch nur gehen und das kann für mich (und hoffentlich auch für sie) genauso schön sein.

Auch Dich muß ich für eine ausführliche Antwort vertrösten...

Aurora hat gesagt…

oh, ich wollte keine Verwirrung stifften: Ich habe Edgar nur für einen potientiellen Prototyp an Tangohilfslehrer gehalten. Keinesfalls will ich hier behaupten, dass der "Edgar" Auslöser für den Beitrag cassiels war.

Auch ich schätze die anonyme Form dieses Blogs.
Pöpeln trau ich mich auch life gegenüber jeden "Edgar", "Figuerenturner" ....;-)

Raxie hat gesagt…

@ cassiel

Practicas sind absolute Mangelware in meiner Tangoheimat und Tangowahlheimat. Leider!!! Wenn welche angeboten werden, bin ich ganz sicher da.

Patrick hat gesagt…

Ich ärgere mich ja auch über die stauverursachenden Oberlehrer in der Milonga. Nur: Die ganzen Rempler, Unterrichter und Rumzerrer verfügen über eine unendliche Anzahl an Frauen, die sich gerne und freudestrahlend von ihnen rumzerren und korrigieren lassen.

Demütigend? Cassiel, ganz viele Frauen finden das toll, wenn sie auf einer Milonga ihren personal Guru dabei haben. Deshalb sterben diese Exemplare auch nie aus...

tango1001 hat gesagt…

@aurora
gefällt mir, was du geschrieben hast, außer den Begriff "willenlos" im Zusammenhang mit folgen oder sich hingeben. Willenlos ist das meiner Ansicht nach nicht, sondern sehr aktiv (und manchmal sogar mit Widerständen).

@raxie
Practicas könnte man auch privat in geeigneten Wohnzimmern, kombiniert mit Wein und Fingerfood, organisieren, falls die lokale Tangoszene da nichts zu bieten hat. Auch wenn's nur 4 Leute sind. Du scheinst ein bißchen enttäuscht zu sein von deiner Heimatszene.

Aurora hat gesagt…

Hallo tango1001,
gänzlich willenlos bin ich als Folgende selbstverständlich nicht. Und ich will willenlos nicht mit passiv gleichgestzt wissen. Hinsichtlich meinem freien Fuß bin ich jedoch willenlos, getreu einer renommierten Frauentechnik maestra: "Der freie Fuß ist nicht mein Fuß"...

cassiel hat gesagt…

Oh je, da hat sich ja eine lebhafte Diskussion entwickelt. Das freut mich sehr! Leider habe ich erst jetzt Zeit gefunden ausführlicher zu schreiben. (Ich muß das jetzt unterteilen, der Kommentar ist zu lang. 4096 Zeichen sind die Maximallänge.)

Ich versuche jetzt (zum Teil im Telegrammstil) kurze Antworten bzw. Konkretisierungen zu geben:

@affig
Es gibt in meinem Verständnis keinen Menschen, der nicht tanzen kann. Es gibt nur unterschiedliche Level von Erfahrung und Eingeübtsein. Tanze ich mit einer Frau, die für mein Empfinden unsicher ist, dann versuche ich ihr eine Umgebung zu bieten, in der sie diese Unsicherheit verlieren kann. Das gelingt mir (ich weiß nicht warum) immer besser. Wenn eine Frau in die technischen Feinheiten des Tangos (noch) nicht hineingefunden hat, dann beschränke ich mich auf einfache Schritte und nehme das Tempo aus meinem Tanz. Das ist (zugegebenermaßen) vielleicht ungewohnt, aber ein paar schöne synchrone Momente finden sich immer.

@Raxie
Ich bleibe bei meiner kurzen Frage: "Wozu dann Prácticas?". Auf einer Milonga ist kein Raum für (äußerlich bemerkbaren) Untericht. Natürlich probiere auch ich einen Schritt mehrfach, wenn ich den Eindruck gewinne, die Tanguera könnte ihn tanzen - allein, meine Führung ist zu schwach oder mißverständlich. Das geht ohne Worte und ohne Unterbrechung des Tanzflusses.

@tango1001
Danke für Deine (wie immer) klugen Worte. Ich würde sogar noch weitergehen als das Wort "ungefragt" es vorgibt. Häufig bin ich auch sehr zurückhaltend, wenn mich eine Tanguera direkt fragt. Ich gestehe: Ich weiche aus. Ich möchte nicht in eine Unterrichtssituation, sondern ich möchte die Tanguera als gleichberechtigte Kommunikationspartnerin haben. Da probiere ich dann lieber einige Schritte mehrmals bevor ich (ohne Not) den Zustand des gleichberechtigten Nebeneinanders aufgebe.

@Aurora
So ein wunderschöner langer Beitrag. Danke! Ich kann nichts hinzufügen.

@Yvonne
Danke! ;-)

@Anonym[2]
Es stimmt, mein Tango mit einer mir unbekannten Tanguera beginnt langsam und unspektakulär. Ich versuche mich zu synchronisieren. Figuren im engeren Sinne tanze ich erst, wenn sie von selbst kommen. Manchmal ist eine Runde mit einer Tanguera vorbei, bevor die Figuren und Verzierungen von selbst kommen.

@Arorora [Kommentar 2]
Du sagst etwas, wenn Dir ein Tanguero mißfällt, das traue ich mich nicht. Ich hatte es hier ja schon einmal unter der Überschrift Der Tango und die Höflichkeit zu formulieren versucht. Manchmal bin ich unsicher, wann ich reden und wann ich schweigen soll. Da bin ich immer noch zu einem halbwegs vernünftigen Standpunkt gekommen.

@Patrick
[...] ganz viele Frauen finden das toll, wenn sie auf einer Milonga ihren personal Guru dabei haben [...])
Ich denke, so würde ich es nicht formulieren. Für mich ist das eher eine Grundeigenschaft der Frau, sie ist unglaublich höflich und interveniert erst kurz vor der Katastrophe. Aber vielleicht schreiben hier die Frauen dazu noch etwas...

@tango1001 [Kommentar 2]
Ich sehe das ähnlich wie Du. Führen und Folgen ist eine gleichberechtigte Kommunikation. Willenlos ist die Frau im Tango gewiß nicht. Die Privat-Práctica ist übrigens auch eine tolle Einrichtung.

cassiel hat gesagt…

So und jetzt noch vielleicht drei Gedanken, die mir so zwischen der Arbeit durch den Kopf gegangen sind:

1. Ja, ich habe einmal auf einer Milonga unterrichtet. Das ist so zwei Jahre her. Ein mir bis dahin unbekanntes Ehepaar tauchte nach der Kinderpause wieder beim Tango auf und an der Bar habe ich sie dann angesprochen (Ich versuche mit neuen Menschen auf einer Milonga in meiner Heimatstadt immer ins Gespräch zu kommen, das ist ein Akt der Höflichkeit). Sie hatten vorher länger mit einander getanzt und hatten offensichtlich Synchronisierungsschwierigkeiten. Sie haben mich dann gefragt, ob ich Ihnen den Grundschritt noch einmal zeigen könnte. (In Wahrheit hatten sie ein Problem, wenn er sie ins Kreuz führen wollte.) Nach einigem Hin-und-Her willigte ich schließlich ein und bin mit ihnen ins Treppenhaus gegangen. Dort konnte uns niemand sehen. Ich habe dann zwei bis drei Kniffe gezeigt, wie er sie deutlicher ins Kreuz führen konnte und wie sie stressfreier (d.h. leichtfüssiger) ins Kreuz gehen konnte. Ob ich mich heute noch so verhalten würde, weiß ich nicht.

2.(Das ist auch schon eine kleine Ewigkeit her.) Eine Tanguera forderte mich zum Tanz auf und beim Kreuz haperte es gewaltig. 1. drehte sie ihre Hüfte immer leicht ein, um ins Kreuz zu kommen und zweitens überkam sie da eine (für mich unerklärliche) Hektik. Sie tanzte das Kreuz so schnell (als ob jemand hinter uns her gewesen wäre), daß ich sie schließlich gefragt habe, was in meiner Führung liegen würde, daß sie dies tat. Wir haben dann gelacht und sie entdeckte das langsame Kreuz (ohne Hüftdrehung). Nebenbei bemerkt: Ich finde ein Frau, die erhaben und würdevoll ins Kreuz gehen kann sehr attraktiv und erotisch. (Ich habe jetzt einen Moment überlegt, ob ich diese Vokabel hier schreiben darf; ich traue mich, da es trotzdem von großem Respekt und der Achtung den Grenzen einer Frau geprägt ist. Ich persönlich finde, daß ein bewußt und aufmerksam getanztes Kreuz viel über eine Tanguera verrät - jedenfalls mehr als eine Gancho- oder Volcada/Colgada-Kombination. Eine Tanguera hat so viele Möglichkeiten, ihre Weiblichkeit, ihre Hingabe und ihre Leidenschaft in diesen kleinen Schritt zu legen - ich achte da schon drauf.) Auch hier muß ich anmerken, daß ich mich vermutlich heute anders verhalten würde.

3. Es gibt ein Paar beim Tango (Er Mitte 50, Sie etwas jünger), die jetzt erst den Tango entdeckt haben (die Kinder sind aus dem Haus). Er hat Schwierigkeiten mit dem Rhythmus (neulich kam ein Pugliese und er hat ziemlich gekämpft). Sie hat keine besonders gute Haltung (sie streckt immer ihren verlängerten Rücken heraus, das sieht nicht besonders elegant aus). Beide tanzen ausschließlich miteinander. Ich käme nie auf die Idee auch nur ein Wort zu sagen. Ich bin immer tief gerührt, wenn ich die Beiden sehe. Sie bemühen sich nach gut 30 gemeinsamen Jahren (sicherlich mit den üblichen Höhen und Tiefen) etwas Neues in ihre Beziehung zu bringen. Da wird mir warm uns Herz. Immer wenn wir uns nach einer Milonga verabschieden sage ich beiden wie gerne ich ihnen beim Tango zusehe (und das entspricht der Wahrheit!). Neulich hat jemand dann mal gelästert, da bin ich dann plötzlich etwas schroff geworden.



So, jetzt habe ich dann doch noch etwas ausführlicher geschrieben (langsam artet die Tangoplauderei in Arbeit aus). Allen einen lieben Dank für die klugen Kommentare und Anmerkungen.

Tangolehrerin hat gesagt…

Darf ich eigentlich Deine Beiträge ausdrucken und an meine Schüler verteilen?

sophia hat gesagt…

Ach lieber Cassiel,

tanzt Du eigentlich so, wie Du schreibst (und vermutlich auch denkst und fühlst)?

Ich würde wie ein Stück Butter bei einem hochsommerlichen Balkonfrühstück dahinschmelzen.

Liebe Grüße

Sophia

Aurora hat gesagt…

@@Aurora [Kommentar 2]
(leider kann ich noch nicht kuriv im Blog schreiben...und die Stelle wieder geben)

nein cassiel, so offen sage ich es auch nicht, wenn mir etwas missfällt. Ich hab übrigens "Tango und Höfflichkeit" aufmerksam verfolgt und wollte auch gerne einen Kommentar dazu abgeben. Leider hatte ich gerade viel um die Ohren und als ich schreiben wollte war die Disskusion schon verebbt.Leider :-(
Ich äußere meine Kritik, wenn ich von einem selbsternannnten Tangolehrer belehrt werde, welche bisher auch nicht weiter gegangen ist, als dass ich darauf hinweise, dass seine Führung die von ihm gewünschten Figuren nicht ahnen lassen und ich nun mal die Schritte tanze, welche ich seiner Führung entnehmen kann. Bei meinen letzten Zusammenstoß mit dem lokalen selbsternannten Tangolehrer (darf ich nicht einfach "Edgar" schreiben?)hat mich dieser nach in etwa o.g. Erklärung meinerseits auf offener Front auf der Tanzfläche nach zwei Tangos stehen gelassen. Der ist so wie von einer Tarantel gestochen von mir fluchtartig weggerannt, dass ich wirklich ein paar Sekunden brauchte um die Situation zu verstehen. Als ich begriff, dass ich ihn nicht verabschieden muss oder noch einen Tango mich mit ihm beschäftigen musste, war ich glücklich! Wegen einer auch mir eigenen Höfflichkeit, habe ich wirklich überlegt, noch einen Tango mit mir zu tanzen.
Ich persönlich hab diesen Tangolehrer mit einem halben Jahr nicht tanzen belegt. Und nach seinen letzten massiven Auffälligkeiten dieses Tangolehrers in meiner Heimatsenze, werde ich ihn auch mal auf sein Lehrbedürfniss ansprechen, wenn er sich mal in meiner Nähe aufhält und das Gespräch nicht die gesamte Milonga mitbekommt. Ich will nähmlich nicht rausfinden, wie die Mehrheit der örtlichen Szene zu diesen Phänomen steht, obwohl, die Blicke der von mir geschätzten Tangueras und Tangueros sprechen Bände.
Vielmehr halt ich eine Art passiven Widerstand durch Tangueras angebracht, indem sie sich nicht belehren lassen und solch eine Belehrung auch demonstrativ ablehnen, wie zb durch ein Stehen lassen, wie von cassiel im Beitrag "Tango und Höffllichkeit" geschildert.
Und Tangueros: Wenn ihr so eine Szene bebachtet, fordert die "Belehrte" auf, und hier darf die Aufforderung auch mal deutlicher als durch Blicke ausfallen, macht ihr klar das der entsprechnde Tänzer einen Hang zum Belehren hat, wenn ihr den örtlichen "Edgar" kennt, und versucht der Tanguera ein paar angenehme Tangomomente mit einfachen Tango zu schenken. Laßt sie nicht am Rande deprimiert zurück, abgestempelt als unfähige Tanguera.
An dieser Stelle sind natürlich auch alle Folgende als aufbauende Gesprächspartner gefragt.
Schluss der Weisheiten...

Sicher "Edgars" werden nie aussterben und immer ihre Fans haben, aber überlasst nicht eure Tangoszene den "Edgars" der Welt, dann lieber Sommerloch!

cassiel hat gesagt…

S(chw)itze noch immer im Büro...

@Tangolehrerin

Hmmm... ja, äh natürlich (bin gerade etwas verwirrt - so ungewöhnlich sind meine Schreibversuche nicht)

OK! Hiermit stelle ich sämtliche Beiträge der Tangoplauderei unter die Creative Commons 3.0. (im wesentlichen: Abdruck mit Namensnennung und Quellenangabe frei).

@sophia
Danke.
Aber bitte keine Hysterie.

@Aurora
Danke für Deine erneute Ergänzung. Wie schön Du schreibst.

Und...
kusiv (=italic) geht so: <i>[Text ist kursiv]</i>

fett (=bold) geht so: <b>[Text ist fett]</b>

Viel Freude weiterhin hier...

Anonym hat gesagt…

Für alle Text-Tricksereien empfehle ich diese Seite, mit der sich alle Arten wichtiger Auszeichnungen kinderleicht erzeugen lassen.

Anonym hat gesagt…

Und warum regst Du Dich darüber so auf?

Anonym hat gesagt…

Und warum meinst Du zu wissen, daß ich mich aufrege, wenn ich einen nett gemeinten Ratschlag poste? Die Auszeichnungen in meinem Kommentar sollten der Illustrierung der Möglichkeiten dienen und waren witzig gemeint; war Dir das zu abstrakt?

Anonym hat gesagt…

Die Frage hatte ich an Cassiel gestellt. Warum regt der sich auf wenn ein erfahrener Tänzer einer Dame ein par wertvolle Tips gibt.

Aurora hat gesagt…

Danke für die wertvollen Blogger-Tipps... nur noch eins: Und wie bekomme ich meine Tippfehler wieder raus?

Reden wir den hier von "ein paar wertvolle Tipps eines erfahrenen Tangueros"? Meiner Meinung - ja du willst cassiel lesen, ich will aber nicht solange warten - wohl nicht.

@Anonym
Was verstehst du denn unter einen "erfahrenen Tänzer" und "wertvolle Tipps"?
Abgesehen von grundsätzlichen Fragen der Haltung und der Achse - gehört meiner Meinung nicht auf die Milonga - , kann ein Tanguero höchstens mal verbal ausdrücken was er mit einem Element seiner Führung erreichen will bei seiner Folgenden.
Das dürfte dann wiederum nicht die ganze Milonga störren.

JeanZ hat gesagt…

Uns eine Etikette im Cowderwelsch anzubieten ist eine Frechheit die dem kaum nachsteht! Und das von diesem Möchtegerntangolehrer Miles der selbst nicht tanzen kann.

Aurora hat gesagt…

@JeanZ
Wer ist "Miles"?

cassiel hat gesagt…

@Aurora

Miles ist der Autor der Milonga Etiquette, die ich im Artikel (letzte kleinegedruckte Zeile) verlinkt habe.

Ich antworte später ausführlicher...

cassiel hat gesagt…

Da die Werbeeinahmen aus diesem Blog immer noch nicht üppig fließen muß ich ab und zu arbeiten. Nur deshalb erscheinen meine Beiträge zeitversetzt... ;-)

@Aurora

Danke, daß Du kurz schon geantwortet hast. Und zu Deiner Frage: Nachträgliches Editieren von Kommentaren wird von Blogger.com leider nicht unterstützt. Nicht einmal ich als Herausgeber kann das. Ich habe allerdings die Möglichkeit, einen Kommentar zu löschen. Wenn also jemand etwas wirklich geändert haben will, dann genügt eine eMail an mich, ich lösche den ursprünglichen Kommentar und der Urheber kann ihn dann erneut einstellen.

@Anonym[3]

Ich hatte es ja schon im Artikel angedeutet, ich weiß selbst nicht, warum mich solche Zeitgenossen so derartig aus meiner Ruhe bringen. Ich biete Dir mehrere Varianten an, wählen mußt Du dann selbst.

1. Vielleicht bin ich ja auch nur ein Mann und nicht immer nur der androgyne Blogger. Zu den positiven männlichen Eigenschaften, die ein Mann (für mein Verständnis jedenfalls) entwickeln kann, gehört sicher eine Güte, eine Ritterlichkeit und ein Gerechtigkeitsempfinden. Das steht der Tangohöflichkeit in solchen Situationen konträr entgegen.

2. Hast Du jemals mit einer intensiv pseudo-unterrichteten Tanguera getanzt? Ich schon! Ich habe es mir zum Prinzip gemacht, Opfer von Milonga-Privat-Unterrichtseinheiten möglichst umgehend zum Tanz aufzufordern um ihnen ihr Selbstbewußtsein zurückzugeben (zumindest bemühe ich mich darum). Manchmal (oder besser: häufig) ist das etwas mühsam.

3. Kennst Du den Begriff "Fremdschämen"? Ja, ich kann nichts für Tangueros mit einem solchen Selbst- und Sendungsbewußtsein. Mit denen möchte ich aber nie verwechselt werden. Da setzt das "Fremdschämen" ein.

@JeanZ
Bist Du auch mal wieder da? Schön!
Habe ich also eine Frechheit begangen... pöse, pöse... ;-)

Daß Du Dich im Ton mir gegenüber (für mein Empfinden) vergreifst, das ist mir vollkommen wumpe... Daß Du mich zwingst meine Tangohöflichkeit aufzugeben, das finde ich nicht so prickelnd... Natürlich habe ich die Videos auf der Website von Miles gesehen und ich fand die auch nicht so toll. Ich hätte darüber geschwiegen. Jetzt zwingst Du ich, das von mir zu geben. Egal. Immerhin hat Miles eine Milonga Etiquette formuliert, die inhaltlich schon ihre Berechtigung hat. Kannst Du auch eine schriftliche Version Deiner Vorstellungen vorweisen?

Ich habe mir hier wirklich einen Wolf getippt und Du beziehst Deinen Beitrag zum Thema auf einen kleingedruckten Drei-Wort-Satz mit einem Link als weiterführendem Beleg. Na ja. Weißt Du, auch Dein Kollege Affig hat inzwischen auch seine Flegelphase hinter sich gelassen und arbeitet (ansatzweise) mit. Das gleiche Angebot ergeht an Dich.

Tangolehrerin hat gesagt…

@Cassiel

Herlich...

(-:

affig hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Aurora hat gesagt…

Milonga Etiquette
hab ich gleich ansatzweise gelesen, nachdem du deinen Beitrag veröffentlicht hast, cassiel. Die ersten Punkte fand ich richtig gut, wieweit ich gelesen habe, kann ich jetzt nicht mehr sagen...heute hab ich mir noch alles durch gelesen. Meine Begeisterung ist etwas gesunken, als berechtigt würde ich es dennoch ansehen.
Videos schau ich mit meinem ollen Ding hier nicht...



@affig
und was ist deiner Meinung nach männlich?

Aurora hat gesagt…

@cassiel
willst du immernoch behaupten affig hat seine Flegelphase hinter sich ?

Anonym hat gesagt…

Nein, affig ist einfach ein zu bescheidener Mensch. Cassiel hat seine Teamfähigkeit gelobt, das war ganz klar zu viel des Guten. Jetzt muß er's mit dem Arsch wieder einreißen, was ihm nicht allzu schwer fallen dürfte, da Geist und Körper bei ihm wirklich eine Einheit bilden.

Aurora hat gesagt…

@elbnymphe
klasse Charakterisierung von affig

cassiel hat gesagt…

Ist das lästig! Kaum bin ich in meiner Eigenschaft als alleinerziehender Hundehalter auf der Mittagsrunde, schon dreht hier ein schräger Vogel durch...

OK! Asche über mein Haupt. Es gilt nach wie vor die alte Blogger-Weisheit:

Man soll den Tag nicht vor dem Abend und den Blog-Troll nicht vor der finalen Läuterung loben.

Geneigter AFFIG ("Nomen est omen?"),

ich zensiere (wieder einmal) einen Beitrag von Dir.

affig schrieb:

Güte?
Ritterlichkeit?
Gerechtigkeitsempfinden?

Das soll männlich sein?

Dieser Blog ist doch das Produkt eines impotenten Mannes für [... zensiert ...] Tangueras, die noch nie mit einem echten Mann getanzt haben.


An Deine Adresse (und an die Adresse zukünftiger Blog-Trolle) meine Botschaft:

Ihr dürft hier mich beleidigen, schmähen und kritisieren so viel Ihr wollt - das kratzt mich nicht. Meine Gäste sind tabu. Da werde ich ziemlich schnell ziemlich komisch. Zu gegebener Zeit hole ich dann auch einmal die Verbalkeule raus. (Glaubt es mir einfach: Das wollt Ihr nicht wirklich).

Ich habe mir jetzt einmal vorsorglich Deine IP organisiert. Das zur Information und Vorwarnung.

Die Moderation der Kommentare habe ich neulich deaktiviert. Jeder Kommentar geht sofort live. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich eine lebhaftere Diskussion ermöglichen wollte. Das heißt aber nicht, daß ich mein virtuelles Hausrecht aufgebe!

Und an den Rest der Gemeinschaft:

Ich entschuldige mich für die Ausfälle von affig stellvertretend. Und immer schön dran denken: Don't feed the trolls! ;-)

Anonym hat gesagt…

@anonym:
Ich möchte nochmal auf Deine beiden Kommentare weiter oben eingehen. Du schriebst um 0:29 unter meinen Kommentar von 22:20
"Und warum regst Du Dich darüber so auf?"
Zwischen unseren beiden Kommentaren war so viel Zeit verstrichen, daß Du nicht automatisch davon ausgehen konntest, daß da nur Cassiels Worte stehen. Bei Cassiel gehen alle Beiträge chronologisch ein, egal worauf sie sich beziehen. Daher sind die meisten von uns Kommentatoren dazu übergegangen, einander namentlich anzureden. Gerade wenn man, wie Du, kritische Fragen stellt, sollte man von vornherein klarstellen, an wen sie sich richten, weil es sonst zu Mißverständnissen oder gar Verstimmungen kommen kann.
Ich weiß nicht, ob Du anonym #1 oder #17 bist, aber wenn Du öfter hier postest, darf man wohl annehmen, daß Du gerne Reaktionen auf das, was Du schreibst, möchtest. Es wäre daher sicher eine gute Idee, Dir ein eindeutiges Pseudonym zuzulegen. – Es würde mich freuen, wenn Du diese Vorschläge konstruktiv auffassen könntest.

Der Anonym von gestern hat gesagt…

Jetzt regst Du Dich aber auf. Bist du auch eine von Cassiels Jüngerinnen? Diese Schwuchtel kann bestimmt nicht richtig tanzen...

An Alle:
Warum kommentiert ihr hier überhaupt?

Anonym hat gesagt…

@Cassiel: ich hoffe, Du strafst mich nicht wegen dieses unerlaubten Fütterungsversuchs.

@affig: Frigide?

„Du, affig, ich bin echt frigide,
verklemmt und unwahrscheinlich prüde!
Was soll das heißen – ‚glaub ich nicht‘!
Schon immer übe ich Verzicht!
Doch Du – ja Du, Du bist der Mann
Der diese Sache ändern kann
So eloquent und so charmant
Ich bitte Dich – nimm meine Hand!
Ich spreche gleich mit Frau Mama
Und wette, sie sagt sofort ‚Ja‘.
Mama und ich, wir sind ein Team!
Doch, doch… sie MUSS bald zu uns ziehn!
Vor Liebe will mein Herz zerspringen
– ‚Herr Ober! Bitte Schampus bringen!‘ –
Der geht auf Dich, mein Paladin
Hee, affig – Mensch! Wo willst Du hin?!“
[via]

Anonym hat gesagt…

@ Der Anonym von gestern: schön, daß Du Dich selbst zu den Ewiggestrigen zählst; war uns auch schon aufgefallen.

Das nennst Du aufregen? Bist ein bißchen schwach auf der Brust, was? Und Du bist sicher, daß Du beim Tango mit seinen vielen An-, Auf- und Erregungen richtig aufgehoben bist?

cassiel hat gesagt…

@anonym von gestern

Vollmond? Oder was?

[Ich werde jetzt mal wieder die Kommentar-Moderation vorübergehend aktivieren.]

Der Anonym von gestern hat gesagt…

Du solltest nicht immer mit dem Blogger tanzen. Das verdirbt den Stil. Verabreden wir uns auf einen Abend?

Ich werde nicht erregt - vielleicht du?

affig hat gesagt…

Du kannst meine Ip gar nicht haben, das geht bei blogspot nicht.

Yvonne hat gesagt…

Ich muss schon sagen, ich amüsiere mich hier köstlich ;-)! Liebe Leute, lasst den "affig" und die lieben Anonymen doch reden bzw. schreiben! Wahrscheinlich kriegt sich "affig" nicht mehr ein vor Wonne, weil ihm hier richtig schön Kanonenfutter geliefert wird...und was will er wohl mehr? Ignorieren ist das einzige das hilft. Einfach nicht mehr darauf eingehen, links liegen lassen...sich darüber aufregen nützt nichts, und das ist ja der einzige Sinn und Zweck der Kommentare von "affig". Ich finde zudem, dass "affig" eine Beleidigung für alle Affen ist, "menschlich" wäre da wohl viel treffender ;-). Also, wie schon Cassiel schrieb: Do not feed the trolls (and the rest). Peace, Yvonne

Anonym hat gesagt…

Es erregt mich immer ungemein, mit Männern wie Dir zu tanzen, weil ich mich dann an meiner eigenen Überlegenheit geradezu berauschen kann.

cassiel hat gesagt…

Ach affig,

warum glaubst Du mir nicht einfach? Natürlich geht es bei Blooger.com nur über Umwege.

Du hast eine t-online Anschluss im Großraum Frankfurt. Reicht Dir das?

So. Und jetzt werden wir alle wieder ruhig und friedlich.

Ich wünsche allen einen schönen Freitagabend mit erfüllenden Tandas.

Anonym hat gesagt…

So ruhig auf einmal hier! Eine Stunde ohne Tangoplauderei, wird die eigentlich zu den Lebensjahren hinzugezählt, oder bekommt man da Discount?

tango1001 hat gesagt…

kriegst du die IP von uns allen raus? Wie anonym ist das dann?

cassiel hat gesagt…

@elbnymphe

;-)

Es gibt definitiv ein Leben ohne die Tangoplauderei.

@tango1001

Wenn ich es unbedingt wollte, dann könnte ich jede IP und den zugehörigen Anschluss identifizieren. Dann habe ich aber keine Zeit mehr für mein restliches Leben. Und ehrlich gesagt, es interessiert mich überhaupt nicht. Viel spannender ist für mich die inhaltliche Auseinandersetzung. Zumindest ist das ein Erfolg der schrägen Vögel - die Sachdiskussion ist komplett abgesoffen. :-(

sophia hat gesagt…

Also zumindest ich lese hier gerne. Schade finde ich, dass Einige das großzügig gewährte Gastrecht missbrauchen. Warum wohl? Vermutlich weil sie einfach Cassiel den Erfolg und seine Gedanken neiden.

Cassiel wie geht es Dir denn damit?

cassiel hat gesagt…

Oho, ich bedanke mich für die Nachfrage. Mach Dir keine Gedanken, das trifft mich nicht. Ich finde es natürlich schon etwas traurig, daß die Sachdiskussion verebbt ist. Das ist nun nicht mehr zu ändern.

Eigentlich möchte ich die Moderation von Kommentaren wieder so schnell wie möglich deaktivieren. Das ist mir zu mühsam. Mal sehen...

So, nun scheint ja wieder Frieden eingekehrt zu sein.

Allen ein schönes (Tango-)Wochenende.

Aurora hat gesagt…

Neid mag durchaus ein Motiv von affig, anonym von gestern sein.
Die Präsenz der Beiden läßt mich hoffen, dass doch der ein oder andere Edgar oder Ewald .... diesen Blog liest. Selbstverständlich trau ich all den Edgars & Co. mehr geistiges Niveau zu.

Auch meinerseits euch allen ein schönes Wochenende!

Anonym hat gesagt…

Jetzt endlich finde ich Zeit auch einen Beitrag zu schreiben. Aus allen vorangegangenen Kommentaren kristallisiert sich für mich eine Idee heraus: Es geht nicht um Untericht, sondern um Hirarchie. Wenn mir jemand auf einer Milonga dezent einen Hinweis gibt, dann schätze ich das sehr, wenn jemand versucht, mich zu belehren, dann werde ich ärgerlich.

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Milonga irgendwo in Süddeutschland. Ich sah einen Tanguero, der tanzte einfach aber bewußt. Er machte kaum "Figuren", aber jede Dame in seinen Armen lächelte und war offensichtlich seelig. Dieser Tanguero tanzte gleichzeitig erdig und doch schien er auch zu schweben. Ich war begeistert. Ich sah ihm eine Weile zu und einmal trafen sich unsere Blicke.

Später schaute ich im Saal herum und plötzlich schaute ich direkt in sein warmes und freundliches Lächeln, er machte nur eine leichte Drehung mit dem Kopf und ich war das erste Mal argentinisch aufgefordert worden. Er hatte eine unglaublich ruhige Art, eine sonore Stimme und trotzdem überkam mich eine Unruhe, ich war nervös. Er schaffte es, mir die Nervosität auf eine derart liebenswerte Art zu nehmen, daß ich innerhalb von Minuten ruhiger wurde. In einer Pause zwischen zwei Tänzen fragte er mich dann, was in seiner Führung läge, daß ich immer so hastig bei den Ochos war. Er hätte es jetzt zwei Tangos lang probiert, mir die Eile zu nehmen und er hätte es nicht geschafft. Wir haben darüber kurz gesprochen, viel gelacht und beim nächsten Tanz habe ich auf die seine Führung der Ochos genau geachtet. Es war eines jener Aha-Erlebnisse im Tango. Mit dieser Form eines kleinen Hinweises kann ich gut leben, ich bin sogar sehr dankbar dafür. Die eben beschriebenen 6 oder 7 Tangos haben mich wirklich weiter gebracht. Leider habe ich den Tanguero nie wieder getroffen. (Figuren-)"Unterricht" auf Milongas unterbinde ich allerdings immer noch sofort.

cassiel hat gesagt…

@Anonym[4] (Jedenfalls bist Du nach meiner Zählung Nr. 4)

Danke für Deinen Beitrag. Den Hinweis auf die Hirarchie finde ich ganz wichtig. So reduziert habe ich es noch gar nicht gesehen. Aber der Gedanke hat etwas Bestechendes.

Der Tango lebt für mein Empfinden von der Vielfalt; da wird in vielen verschiedenen Währungen gezahlt. Die sind nicht immer eindeutig kovertierbar. Unterm Strich ist es aber bei einer gelungen Milonga für jeden am Ende ausgeglichen. Ein: Meine Währung ist mehr wert (vielleicht ist demonstrativer unangeforderter Unterricht nichts anderes) zerstört dieses fein austarierte Miteinander.

Aurora hat gesagt…

@anonym4
auch meinerseits ein Dankeschön an anonym4 (soweit lehne ich mich an cassiel an)
Vorweg, meine Heimattangoszene lebt von einer flachen, eher subtilen Hirachie und des gibt einen selbsternannten Oberlehrer in jüngerer Vergangenheit. Dieser Oberlehrer glänzt meiner Meinung nach nicht durch können, sondern durch herrscherischen Auftreten gegenüber Tangueras. Meine weiter, oben dargestellte(erster Beitrag von mir), ihm gegenüber dargestellte Kritik bzgl. seiner Führung hat ihn in die Flucht getrieben. Unter den Gesichtspunkt Hirachie könnte er es auch als Angriff auf seine vermeintliche Machtposition gesehen haben.
Bei dem Begriff Hirachie hat sich mir nun folgende Frage gestellt:
Ermuntert eine Tangogesellschaft mit einer flachen bis kaum erkennbaren Hirachie das Auftreten von selbsternannten Oberlehrern? Infolge dessen wäre ein selbsternannter Oberlehrer nicht nur von Selbstdarstellungsmotiven getreiben, sondern auch von Machtmotiven. Wobei es zwischen Selbstdarstellungsmotiven und Machtmotiven sicher Überschneidungen gibt.


@cassiel
Als Beitrag zur Gesellschaft in Anlehnung an cassiel kann ich im Moment das Verhalten eins Oberlehrers nicht . Oder meint ein solcher Oberlehrer etwa eine Tangoszene hat auf seine Machtdemonstration gewartet.
Vielleicht bin ich hier auch von zu negativ voreingenommen.

Nochmal klar stellen will ich, dass es mir hier nicht um kleine Hinweise geht, sondern um Figurenunterrichten

cassiel hat gesagt…

@Aurora

Danke für Deinen Beitrag. Die Diskussion hier hat mich gegenüber diesen selbsternannten Lehrern inzwischen viel ruhiger und gelassener gemacht. Ich denke, ich kann das zukünftig besser ausblenden.

Was mir neu war: Das Phänomen ist offensichtlich weiter verbreitet, als von mir bislang vermutet.

Heute abend mal kein Tango...

Werde jetzt eine therapeutische Putzeinheit einlegen... ;-)

tango1001 hat gesagt…

Tja, die Hierarchien...kaum jemand liebt sie, sie sind aber ständig da. Auch im Tango. Und da vielleicht noch mehr als sonst.
Irgendwie will doch jeder hochklettern auf der Hierarchieleiter durch besonders gutes tanzen, organisieren, schreiben, auflegen, unterrichten, Stars kennen, spanisch sprechen, Pilgerreisen nach Buenos Aires, musizieren und was es da alles so gibt. Die Tangoszene ist ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, manchmal lästig, aber dann wieder sehr menschlich. Was hätten wir sonst hier zu schreiben?

Anonym hat gesagt…

und wenn ich jetzt nichts davon vernünftig kann? Bin ich dann unten durch?

cassiel hat gesagt…

@tango1001

Ist es nicht vielleicht ein Generationenvertrag? Man fängt an und findet langsam zu den Eigenheiten. Dazu fällt mir jetzt nur der dumme Spruch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre ein. Später findet man zu immer neuen Erkenntnissen und wird immer demütiger, es gibt wohl noch so Vieles, was man nicht weiß oder kann. Man erinnert sich an seine Anfangszeit und läßt es sich nicht heraushängen, daß man schon länger im Tangozirkus unterwegs ist. Aus dieser Haltung kann man dann auch den Menschen, die noch nicht so lange dabei sind, offen und freundlich begegnen. Das ist beim Tango wohl nicht anders, als in anderen Bereichen des Lebens.

@Anonym[5]

Nein, warte es einfach ab. Der Tango kommt zu Dir. ;-)

cassiel hat gesagt…

Ich hatte gestern eine interessante Diskussion mit einem Bekannten und er erwähnte die vier Spiegelgesetze.

Ich zitiere die jetzt einmal hier:

1. Spiegel-Gesetz
Alles was mich am anderen stört, ärgert, aufregt oder in Wut geraten lässt und ich anders haben will, habe ich selbst in mir.

Alles, was ich am anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und verändern will, kritisiere, bekämpfe oder unterdrücke ich in Wahrheit in mir und hätte es gerne anders.


2. Spiegel-Gesetz
Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft und verändern will und ich mich deswegen verletzt fühle, so betrifft es mich - ist dies in mir noch nicht erlöst, meine gegenwärtige Persönlichkeit fühlt sich beleidigt - der Egoismus ist noch stark.


3. Spiegel-Gesetz
Alles was der andere an mir kritisiert und mir vorwirft oder anders haben will und bekämpft und mich dies nicht berührt, ist es sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten, die er auf mich projiziert.


4. Spiegel-Gesetz
Alles, was mir am anderen gefällt, was ich an ihm liebe, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im anderen. ich erkenne mich selbst im anderen - in diesen Angelegenheiten sind wir eins.
 

Hmmm... jetzt muß ich wohl noch einmal darüber nachdenken, warum mich ein derartige Verhalten auf einer Milonga mich aus der Ruhe bringt. Viellecht schlummert ja auch ein Oberlehrer in mir. ;-)

Anonym hat gesagt…

Lieber Cassiel, hm, hm, hm.

Zweifelsohne ein interessanter Ansatz, diese Spiegelgesetze. In welchem Kontext sind sie denn formuliert worden?

Blogtechnisch finde ich es schade, daß Du die Spiegelgesetze in den Kommentaren zu einer anderen Diskussion unterbrachtest - m. E. hätten sie einen eigenen Eintrag gerechtfertigt. Ich kenne wirklich niemanden, den ich für fähiger halte als Dich, um die Spiegelgesetze herum einen Blogartikel zu spinnen, der sie auf die spezifische Situation einer Milonga angewendet würden. Dieser Artikel würde sicher auch viel kontroverses Interesse stoßen.

Irgendetwas an den Spiegelgesetzen macht mich aggressiv, aber ich muß erst noch darüber nachdenken, was und warum.

Ich stelle mir nur gerade einen Nazi vor, dem ich aufgrund seiner fremdenfeindlichen Äußerungen Contra biete. Laut dem 1. Gesetz hieße das, ich trage Fremdenhass in mir (wobei jeder Soziologe sagen wird, Xenophobie bzw. Ausgrenzung ist eine wichtige Kulturtechnik zur Schaffung von Gemeinschaften. Sei's drum).

Das 2. Spiegelgesetz "Der Egoismus ist noch stark": läßt mein Messer in der Hose aufgehen. Egoismus ist nicht per se schlecht, oder? Gerade Frauen mangelt es oft an Egoismus. Nein, wir sind keine Engel, wir sind nicht alle Altruistinnen. Aber es wird uns früh beigebracht, eigene Bedürfnisse hinatn zu stellen. Eine gesunde Portion Egoismus kann einer Frau nicht schaden.

Mir gefällt am Tango auch, daß ich egoistisch sein darf, muß: ich muß bei mir sein, um beim Anderen zu sein. Ich darf entscheiden, will ich mit dem und dem tanzen, oder nicht.

(Das 3. Gesetz habe ich nicht verstanden.)

4. Gesetz: Alles, was ich am anderen liebe, bin ich selbst? Ich liebe die Pünktlichkeit meiner besten Freundin, die Sanftmut meines Liebsten - gerade weil es mir selbst an diesen Eigenschaften mangelt.

Also, vielleicht bin ich nicht Zen genug, um das zu verstehen - erklärt's mir einer?

Herzliche Grüße aus dem Urlaub, wo das Meer mir hilft, mich in jene zu wandeln, die ich gerne wäre - von der Elbnymphe zur Meerjungfrau … ;-)

PS Tango im Sand steht noch aus.

cassiel hat gesagt…

@elbnymphe

Oho! Post aus dem Urlaub. Ist da etwa schlechtes Wetter? ;-)

Na ja, vielleicht schreibe ich noch einmal einen eigenen Artikel zu den Spiegelgesetzen, das ist ein leicht esoterisch angehauchter Text aus dem Internet. Ich habe mit derartigen Texten ja so ab und zu meine Schwierigkeiten, aber ich denke, das ist eine gute Einstellung um sich in Tangokontexten zu bewegen.

Das dritte Gesetz besagt nach meinem Verständnis, daß ich Kritik an mir, wenn ich sie denn so überhaupt nicht nachvollziehen kann, einfach an mir abperlen lassen darf. Ich darf eine solche Kritik einfach bei dem Menschen lassen, der sie formuliert.

Tango am Strand?

Jetzt aber... !

;-)

maleba hat gesagt…

Hallo cassiel,
ich bin erst kürzlich über Deinen Blog gestolpert und es macht mir Spaß, ihn zu lesen.
Einiges ist ja inzwischen hier zu dem ursprünglichen Thema des Milonga-Unterrichts geschrieben worden, ich möchte da gar nichts weiter zu beitragen. Zu der Diskussionsrunde allerdings zwei Kommentare.

Oben wurde das Thema Hirarchie angesprochen. Ein m.E. sehr guter Kommentar. Ich denke allerdings, dass das sehr häufig verwendete 'führen' und 'geführt werden' hierzu einen sehr entscheidenden Beitrag liefert. Zumindest in unserem Kulturkreis liegt zwischen dem aktiven und dem passiven Teil von Führung eine Hirarchie. Das stört mich beim Tango und m.E. trifft es auch nicht den Tango. Für mich gibt es eine Männerrolle und eine Frauenrolle (unabhängig davon, welche Person die jeweilige Rolle tanzt). Beide Rollen sind vollkommen gleichberechtigt, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Eine Hirarchie besteht dabei definitiv nicht.

Dann gab es noch das Thema Spiegelgesetze. Find ich über das Ziel hinausschiessend, da diese so formuliert sind, dass sie auf jede Reaktion anzuwenden sind. Das entspricht m.E. nicht der Realität. Wenn allerdings Reaktionen das 'normale' (was auch immer das im Einzelfall konkret ist) Maß überschreiten, dann sind das interessante Ansätze, insbesondere für die Selbstreflexion, sozusagen Hinweise für die weitere Ursachensuche im eigenen Wertekosmos.

So long, schöne Tangos,
maleba

Anonym hat gesagt…

Wie immer bin ich die Allerletzte, die hier ein Kommentar hinterlaesst, weil ich deinen Blog erst vor kurzem entdeckt habe.

"Kein Unterricht auf Milongas PUNKT." Ich bin 100% deiner Meinung. Noch nie hat ein wirklich guter Taenzer versucht, mich auf der Tanzflaeche zu unterrichten. Ich uebe meine Tangotechnik taeglich. Gerade deswegen, weil ich die technischen Sachen inkorporieren (ist das ueberhaupt ein Begriff auf Deutsch?) will, um beim Tanzen nicht mehr daran denken zu muessen.

Wenn ich tanze, konzentriere ich mich auf die Musik und die Verbindung zu meinem Partner. Es geht mir um das Kuenstlerische, im weitesten Sinne, und um das Zwischenmenschliche. Wenn ich gerade versuche, mich da wirklich voll hinzugeben und einer etwa mein Ocho kritisiert ist es, als haette man einen Becher kalten Wassers ueber mich gekippt. Die Stimmung ist weg. Ich habe jahrelang an meinen Ochos (um diesen Beispiel zu nehmen) gearbeitet. Ich werde sie nicht ruckzuck aendern koennen, aufgrund einer einzigen Bemerkung, auch wenn ich das wollte. Und dabei bleibe ich nur bei dem Gedanken, dass diesem Mann meiner Tanzart nicht gefaellt.

Wenn das passiert, tanze ich wie ein Robot bis zum Ende des Tandas und nehme mir fest vor, nie wieder mit dem selbsternannten Lehrer zu tanzen.

Uebrigens, handelt es sich hier nicht nur um Figurenturner. Die allerschlimmsten Vertreter dieser Art, meiner Meinung nach, sind einige Milonguero-Taenzer (vor allem aeltere Herren meinen, dozieren zu koennen). Jedenfalls ist das mir in Buenos Aires ein paar Mal passiert und es handelte sich (zufaellig?) immer um aeltere Milongueros.

"Du musst den Arm hoeher um meinen Hals tun" "Gib mir die andere Brust" "Ich hab nicht genug Kontakt zu deiner rechten Koerperseite", "Gib mir mehr Wiederstand", usw. Und wenn ich dann frage, "Warum tanzt du eigentlich Milonguero?" dann heisst es, "Weil die Milonguero-Umarmung so schoen ist." Aber schoen ist sie nur dann, wenn der Taenzer mir stillschweigend erlaubt, mich an ihm zu gewoehnen und an ihn zu schmieden, ohne Kommentare und Verbesserungsvorschlaege.

Anne hat gesagt…

Nachdem ich nun auch die Kommentar-Funktion gefunden habe…..:

Ja, nein, auf jeden Fall!
Ja, diese Grundregel wird zu oft verletzt und manch einem scheint sie überhaupt nicht bewusst zu sein.
Nein, ich finde das nicht altmodisch, sondern im besten Sinne konservativ.
Auf jeden Fall sollte der kultivierte Tanguero seine Partnerin strahlen lassen und nicht an ihr herumkritteln.
Bemerkenswert ist hier noch die Tatsache, das dies in den seltensten Fällen Tangoprofis sind sondern meist Hobbyamateure.
Dein Artikel hat mir riesigen Spass gemacht.

Liebe Grüsse,
Anne